Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit e.V.
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ttteesrt

T

T steht jeweils für "Therapie "

Notfallmäßige Selbstbehandlung mit Atovaquon/Proguanil (Malarone® und Generika) oder Artemether/Lumefantrin(Riamet®) in Gebieten mit mittlerem oder geringem Malariarisiko.

Dosierung von Medikamenten zur Malariaprophylaxe bei Kindern und Jugendlichen

 

 
 
Tabletten/
PRO TAG  
Tabletten
PRO WOCHE  
Tabletten
PRO TAG  
 
 
 
 
 
Gewicht in kg 
Alter in Monaten 
oder Jahren
 
Atovaquon/Proguanil
62,5/25 mg/Junior-Tbl. 
 
Mefloquin
250 mg/Tbl.
 
Doxycyclin
100 mg/Tbl.
 
5-8 
< 4 Monate 
1/2 (bis 8kg, s.Text Off-Label-Use) 
0,125 
--- 
9-10 
4-11 Monate 
3/4 (>8kg, s. Text Off-Label-Use) 
0,25 
--- 
11-14 
1-2 Jahre 
0,25 
--- 
15-18 
3-4 Jahre 
0,375 
--- 
19-24 
5-7 Jahre 
1 (≥21 kg KG:2) 
0,5 
--- 
25-35 
8-10 Jahre 
2 (≥31 kg KG:3) 
0,5-0,75 
0,5 
36-50 
11-13 Jahre 
3 (>40 kg KG:
1 Erwachsenentablette) 
0.75-1 
0,75 
>50 
>13 Jahre 
1 Erwachsenentablette 

 

Regeldosierung zur Prophylaxe:

 

  • Exakte Dosierungen für Kinder unter 10 kg KG sollten durch Apotheker zubereitet werden.
  • Mefloquin (ab 5 kg KG): 5 mg/kg KG/Woche;
  • Atovaquon/Proguanil (ab 11 kg bis 40 kg KG): 1 Junior-Tbl. (62,5 mg/25 mg) pro 10 kg KG/Tag
  • Doxycyclin (ab 8 Jahre): 1,5-2,0 mg/kg KG/Tag (max. 100mg/Tag)

 

Dosierungsempfehlung zur notfallmäßigen Selbstbehandlung

 

 

 

Atovaquon/Proguanil

Atovaquon/Proguanil wird in der Therapie der Malaria über 3 Tage gegeben. Die Gabe erfolgt einmal pro Tag, wie unten angegeben.

  • 5-8 kg Körpergewicht: je 2 Tabl. „Junior“ (62,5/25 mg) pro Tag
  • 9-10 kg Körpergewicht: je 3 Tabl. „Junior“ pro Tag
  • 11-20 kg Körpergewicht: je 1 Tbl. Erwachsenendosis (250/100 mg) pro Tag
  • 21-30 kg Körpergewicht: je 2 Tbl. Erwachsene pro Tag
  • 31-40 kg Körpergewicht: je 3 Tbl. Erwachsene pro Tag
  • > 40 kg Körpergewicht: je 4 Tbl.  Erwachsene pro Tag

Der Hersteller empfiehlt die Tabletten mit einer Mahlzeit, insbesondere mit Milch zur Verbesserung der Resorption einzunehmen.

 

Artemether/Lumefantrin

Artemether/Lumefantrin (20 mg/120 mg pro Tablette) ist ab 5 kg KG zugelassen. Die Gabe erfolgt grundsätzlich wie bei Erwachsenen  in insgesamt 6 Dosen: initial, nach 8, 24, 36, 48 und 60 Stunden.

  • 5-<15 kg Körpergewicht: 1 Tablette pro Dosis
  • 15-<25 kg Körpergewicht: 2 Tabletten pro Dosis
  • 25-<?35 kg Körpergewicht: 3 Tabletten pro Dosis
  • ≥ 35 kg Körpergewicht und ab 12 Jahren: 4 Tabletten pro Dosis

Nach Herstellerangaben können die Tabletten zerbrochen werden; zur Verbesserung der Resorption sollten sie zusammen mit Nahrung oder einem milchhaltigen Getränk eingenommen werden.

 

Generell gilt für die Anwendung aller unter aller genannter Präparate (insbesondere bei Kindern, dass bei Erbrechen der Medikamente innerhalb von 30 Minuten nach Gabe die komplette Dosis erneut zu geben ist. Erbricht das Kind 30-60 Minuten nach Einnahme, ist die halbe Dosis nachzugeben. Erbricht das Kind später als 60 Minuten nach Tabletteneinnahme, gilt die Dosis als aufgenommen und resorbiert, so dass eine Wiederholung nicht erforderlich ist. Abweichend hiervon empfehlen die Hersteller von Atovaquon/Proguanil und Artemether/Lumefantrin die Dosis bei Erbrechen innerhalb von 1 Stunde nach Einnahme komplett zu wiederholen.

 

P

P steht jeweils für "-Prophylaxe "

 

Prophylaxe Atovaquon/Proguanil (Malarone® und Generika) oder Doxycyclin (Monohydrat-Präparate) oder bei begründeter medizinischer Indikation Mefloquin (Lariam®) in Hochrisikogebieten, in denen überwiegend Mefloquin-sensible P. falciparum-Stämme vorkommen: Afrika südlich der Sahara, Papua Neu Guinea, Salomonen, Indonesien östlich von Bali, Französisch-Guayana (mit Ausnahme des Küstenstreifens), Guyana (mit Ausnahme des Küstenstreifens) und Surinam (mit Ausnahme der Küstendistrikte).

 

 

Symptome

Symptome einer Malaria sind Fieber, schweres Krankheitsgefühl, Kopf- und Gliederschmerzen, Schüttelfrost u. a. m. Anhand der Krankheitserscheinungen kann die Diagnose "Malaria" weder sicher gestellt noch ausgeschlossen werden. Dies ist nur durch den Nachweis von Parasiten oder Parasitenbestandteilen im Blut möglich.

Inkubationszeit

Die Zeit zwischen Einreise ins Malariagebiet und einer möglichen Malaria beträgt mindestens 5 Tage (Inkubationszeit). Jedes unklare Fieber ( > 37,5ºC axillär, > 38ºC oral, tympanisch oder rektal gemessen) in den Tropen ab dem 6. Tag nach erstmaligem Betreten eines Malariagebietes und auch lange Zeit nach Rückkehr ist bis zum Beweis des Gegenteils malariaverdächtig.


Nahezu 100 % der Falciparum-Malaria-Fälle bei nicht-immunen Reisenden treten innerhalb von 4 Monaten nach der Rückkehr auf. Eine Malaria tertiana und quartana können auch noch später und trotz einer korrekt durchgeführten Prophylaxe auftreten, verlaufen im Allgemeinen aber nicht lebensbedrohlich wie die Falciparum-Malaria. Bei unklarem Fieber ist gezielt nach einem Tropenaufenthalt zu fragen. Im Falle einer Malaria aus Südostasien (u. a. Malaysia, speziell Sabah und Sar awak, Philippinen, Myanmar und Thailand), ist auch an die Möglichkeit einer Infektion mit Plasmodium knowlesi zu denken. Bei diesem Parasit besteht wegen der kurzen Zyklusdauer von nur 24 Stunden die Gefahr einer sich rasch entwickelnden schweren Malaria. Die Therapie erfolgt mit einer Artemisinin-Kombination (ACT). Zu beachten ist, dass gängige Malaria-Schnelltests bei einer P. knowlesi-Infektion nicht verlässlich reagieren (s.u.).

Verhalten beim Arzt

Bei Verdacht auf Malaria sollte sofort und in aller Regel noch im Reiseland ein Arzt/Ärztin aufgesucht werden.
 

Wann notfallmäßige Selbstbehandlung?

Wenn kein Arzt innerhalb von 24 Stunden nach Beginn der malariaverdächtigen Symptome erreichbar ist, sollte eine notfallmäßige Selbstbehandlung gegen Malaria durchgeführt werden, sofern keine Gegenanzeigen vorliegen.
Dosierungsrichtlinien:
Länderinformationen

In Regionen der Zonen T  Notfall-Medikation

Atovaquon/Proguanil (Malerone® und Generika) oder Artemether/Lumefantrin (Riamet®); bei Schwangeren empfiehlt die DTG dringend einen Arzt/Ärztin aufzusuchen, notfallmässige Selbsttherapie nur in absoluten Ausnahmefällen, dann Mefloquin (Lariam®), bzw. ab 2. Trimenon auch Artemether/Lumefantin.

Nach jeder Selbstbehandlung ist eine ärztliche Kontrolle dringend notwendig, um die Wirksamkeit der Behandlung zu überprüfen und eine eventuell bestehende, anderwertige fieberhafte Erkrankung nicht zu übersehen!

Die verfügbaren Malaria-Schnelltests ermöglichen innerhalb weniger Minuten eine orientierende Diagnose, werden jedoch für Reisende aus folgenden Gründen grundsätzlich nicht empfohlen (Ausnahmen bei Personen mit ausreichenden Kenntnissen und geübter, sicherer Handhabung sind möglich):

  • Anwendungsfehler können ein falsches Ergebnis nach sich ziehen.
  • Ein negatives Ergebnis schließt eine Malaria nicht sicher aus.
  • Der Test muss daher (spätestens im Abstand von 24-48 Std.) wiederholt werden. Es kann lebensgefährlich sein, einen Arzt zu spät aufzusuchen, weil man sich aufgrund eines falsch negativen Testergebnisses in Sicherheit wiegt.
  • Der Test wird nur ausreichend geschulten Personen empfohlen, die in entlegene Gebiete ohne medikamentöse Prophylaxe und ohne medizinische Versorgungsmöglichkeiten fahren (z.B. Langzeitreisende, Auslandstätige, Auswanderer).

Bei jedem Malariaverdacht sollte daher, unabhängig von einem Testergebnis, umgehend ärztlicher Rat in Anspruch genommen werden.
Detaillierte Informationen zur Therapie der Malaria enthalten die Leitlinien Malaria.
Diese Leitlinie ist für Ärzte gedacht, die Patienten mit Malaria betreuen. Bei Problemen sollte umgehend Kontakt mit einem Tropenmediziner oder mit einer tropenmedizinischen Einrichtung aufgenommen oder der Patient dorthin überwiesen werden.