Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit e.V.
Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin
und Internationale Gesundheit e.V.
 

Anerkennung von Kursen

Anbieter von Kursen

Anbieter von Kursen können beim Schriftführer der DTG schriftlich den Antrag stellen, ihren Kursus als geeignet zur Erlangung des DTG-Zertifikats anzuerkennen. Der Schriftführer prüft, ob die formalen Voraussetzungen erfüllt sind. Ist dieses der Fall, leitet der Schrifführer den Antrag an die Mitglieder des Ausschusses "Reisemedizin" weiter. Die Mitglieder des Ausschusses "Reisemedizin" der DTG prüfen, ob der Kursus zur Erlangung des DTG-Zertifikats geeignet ist. Der Ergebnis dieser Prüfung wird der Geschäftstelle der DTG vom Vorsitzenden des Ausschusses "Reisemedizin" der DTG mitgeteilt. Werden von einem Anbieter regelmäßig Kurse angeboten, gilt die Anerkennung für diese Kurse für die Dauer von jeweils drei Jahren und muß dann neu beantragt werden. Der Schriftführer der DTG erstellt eine Liste derjenigen Kurse von privaten oder nicht-privaten Anbietern, die anerkannt sind, und veröffentlicht diese Liste auf der Homepage der DTG sowie regelmäßig in den Mitgliederrundschreiben und an anderen geeigneten Stellen. Der Antrag für Gurndkurse muß folgende Angaben enthalten:

Ort und Zeitpunkt des Kursus

  • Referentenliste
  • Stundenplan
  • schriftliches Unterichtsmaterial (kann nachgereicht werden)
  • Beschreibung der Abschlussprüfung

Der Antrag für Refresherkurse muss folgende Angaben enthalten:

  • Ort und Zeitpunkt des Kursus
  • Referentenliste
  • Stundenplan

Zertifizierung von Ärzten

Ärzte können schriftlich, per Fax oder per E-mail bei der Geschäftsstelle der DTG den Antrag stellen, in die Liste der Ärzte mit DTG-Zertifikat Reisemedizin aufgenommen zu werden. Der Antrag muss folgende Angaben enthalten:

  • Name, Vorname, Geburtsdatum
  • Anschrift der Praxis bzw. der reisemedizinischen Beratungsstelle (Betrieb, Gesundsheitsamt etc.)
  • Nachweis über erfolgreiche Teilnahme am Grundkurs (bzw. entsprechende Nachweise)
  • ausgefülltes Antragsformular

Die Anträge werden vom Schriftführer geprüft. Wenn die Voraussetzungen zum Erwerb des DTG-Zertifikats Reisemedizin gegeben sind, erhält der Antragsteller vom Schriftführer ein entsprechendes Zertifikat zugeschickt. Dieses Zertifikat besitzt eine Gültigkeit von drei Jahren. Gleichzeitig wird der Antragsteller schriftlich gefragt, ob er mit der Veröffentlichung seines Namens auf der Homepage der DTG und an anderen geeigneten Stellen einverstanden ist.

Ausnahmeregelungen

Grundkurs Das DTG-Zertifikat Reisemedizin kann ohne Teilnahme an einem Grundkurs erworben werden von:

  • Ärzten mit der Zusatzbezeichnung Tropenmedizin
  • Ärzten mit der Zusatzbezeichnung Flugmedizin: bei Nachweis, daß Tropen- und Reisemedizin während der Weiterbildung in ausreichendem Umfang behandelt wurden, (nach Einzelfallprüfung durch den Vorsitzenden des Ausschuses "Reisemdizin" der DTG)
  • Ärzten, die während der letzten drei Jahre eine mindestens 3-monatige klinische Tätigkeit in einer tropenmedizinischen Einrichtung in Deutschland (aufgeführt in der DTG-Liste) nachweisen können (liegt die Tätigkeit länger als drei Jahre zurück, ist eine Anerkennung möglich, wenn ein Refresherkurs - s.u. - nachgewiesen werden kann) Ärzten, die während der letzten drei Jahre eine mindestens 6-monatige klinische Tätigkeit bei einem niedergelassenen Tropenmediziner nachweisen können (liegt die Tätigkeit länger als drei Jahre zurück, ist eine Anerkennung möglich, wenn ein Refresherkurs - s.u. - nachgewiesen werden kann)
  • Ärzten, die während der letzten drei Jahre an einem dreimonatigen Kursus in Tropenmedizin am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg oder am Institut für Tropenmedizin in Berlin oder an einem vergleichbaren Kursus im Ausland mit Erfolg teilgenommen haben (liegt der Kurs länger als drei Jahre zurück, ist eine Anerkennung möglich, wenn ein Refresherkurs - s.u. - nachgewiesen werden kann)
  • Ärzten, die während der letzten drei Jahre an einem Kurs von Veranstaltern teilgenommen haben, deren Kursus jetzt von der DTG anerkannt wird (mindestens 32 Stunden, mit bestandener Abschlußprüfung) (liegt der Kurs länger als drei Jahre zurück, ist eine Anerkennung möglich, wenn ein Refresherkurs - s.u. - nachgewiesen werden kann)

Auch wenn das DTG-Zertifikat Reisemedizin ohne Teilnahme an einem Grundkurs nach diesen Ausnahmeregelungen erworben wird, muß alle drei Jahre ein Refresherkurs - s.u. - absolviert werden (hiervon ausgenommen sind wiederum nur Mitarbeiter tropenmedizinischer Ambulanzen).

Refresherkurs

Refresherkurse können ersetzt werden durch:

  • Teilnahme an einer reisemedizinisch orientierten Bildungsreise (Anerkennung im Einzelfall durch den Vorsitzenden des Ausschusses "Reisemedizin" der DTG)
  • Teilnahme an einem reisemedizinischem Kongress (Anerkennung des Kongresses durch den Vorsitzenden des Ausschusses "Reisemedizin" der DTG)

Antrag auf Mitgliedschaft

Sie möchten Mitglied in der DTG werden? Dann füllen Sie bitte das Antragsformular direkt hier online aus!

Die Gesellschaft setzt Fachausschüsse zur Bearbeitung aktueller Fragestellungen ein, um wissenschaftlich fundierte Empfehlungen zu erarbeiten, die veröffentlicht werden, wie z. B. zur Malaria-Prophylaxe und Impfempfehlungen.  Die Gesellschaft ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Wissenschaftlicher Medizinischer Fachgesellschaften (AWMF). Die DTG erarbeitet Leitlinien zur Diagnostik und Therapie von Tropenkrankheiten, die von der AWMF publiziert werden.

Die DTG ist in der International Federation for Tropical Medicine (IFTM) vertreten. Die DTG ist Gründungsmitglied der Federation of European Societies for Tropical Medicine and International Health, die seit 1995 die europäischen Gesellschaften als Dachverband zusammenschließt und seit 1996 die wissenschaftliche Zeitschrift Tropical Medicine & International Health herausgibt, die durch die Fusion verschiedener nationaler Zeitschriften entstanden ist. Die DTG ist ebenfalls Gründungsmitglied der Ständigen Konferenz der Infektiologischen Fachgesellschaften (SKIF), die sich 1998 konstituiert hat.

Fachtagungen werden alle 2 Jahre (gewöhnlich in Jahren mit ungeraden Jahreszahlen) abgehalten, gelegentlich auch gemeinsam mit fachverwandten Gesellschaften im In- oder Ausland.

Schwerpunktthemen vergangener Jahren waren:

  • Tropenmedizin und Parasitologie
  • Ärztliche Untersuchungen vor und nach Tropenaufenthalten
  • Medizinische und veterinärmedizinische Entwicklungszusammenarbeit in Ländern der Dritten Welt
  • Gesundheitssystemforschung in den Tropen
  • Immunologie von Parasitosen bei Mensch und Tier

Ausschüsse

Bitte wählen Sie einen der folgenden Unterpunkte:

 

 

Beirat

Vertreter der Tropeninstitute

Torsten Feldt, Düsseldorf

Thomas Junghanss, Heidelberg

Michael Hölscher, München

Achim Hoerauf, Bonn

Frank Mockenhaupt, Berlin

Emil Reisinger, Rostock

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Artemether/Lumefantrin

Medikament

(Handelsname)

Riamet®

Prophylaxe

nicht geeignet

Therapie

80mg/480mg (= 4 Tbl.) initial, nach 8 Stunden weitere 4 Tbl.. dann 2 x tgl. je 4 Tbl, an Tag 2 und 3 (insgesamt 24 Tbl.) bei KG ab 35kg; besondere Empfehlung für Kinder ab 5 kg KG

 Einnahme mit Mahlzeit oder Milchprodukten

 

Atovaquon/Proguanil

Medikament

(Handelsname)

Malarone® und Generika

Prophylaxe

250mg/100mg (= 1Tbl.) pro Tag, 1-2 Tage vor bis 7 Tage nach Aufenthalt im Malariagebiet (Personen mit KG > 40 kg besondere Empfehlung für Kinder ab 5 kg KG

Therapie

1000mg/400mg (= 4 Tbl.) als Einmaldosis an 3 aufeinanderfolgenden Tagen bei KG > 40kg besondere Empfehlung für Kinder ab 5 kg KG

Einnahme mit Mahlzeit oder Milchprodukten zur jeweils gleichen Tageszeit.

 

 

 Doxycyclin 

Medikament

 

diverse Monohydrat-

(1H20)-Präparate

Prophylaxe

100 mg pro Tag, (Kinder ab

8 Jahren: 1,5-2,0 mg/kg KG pro Tag), 1-2 Tage vor bis 4 Wochen

nach Aufenthalt im Malariagebiet

Therapie

Außerhalb von Kombinationsbehandlung nicht geeignet

 

 

 

 

 

 

 

 

Einnahme nicht mit Milchprodukten, da dadurch die Resorption reduziert wird.

 

Mefloquin

Medikament

(Handelsname)

Lariam®

Prophylaxe

Besondere Vorsichtsmaßnahmen beachten!

(s. www.lariam.de) !

250 mg (= 1 Tbl.) pro Woche, ab 90 kg KG 375mg (=1,5 Tabl.) pro Woche (Kinder ab vollendeten 3. LM über 5 kg KG: 5mg/kg KG pro Woche), 1-3 Wochen vor bis 4 Wochen nach Aufenthalt im Malariagebiet

Therapie

              -                   

Bei erstmaliger Mefloquin-Prophylaxe kann auch 2-3 Wochen vor Abreise begonnen werden.

Siehe Medikamente -Übersicht.

Dosierung von Medikamenten zur Malariaprophylaxe bei Kindern und Jugendlichen

 

 
 
Tabletten/
PRO TAG  
Tabletten
PRO WOCHE  
Tabletten
PRO TAG  
 
 
 
 
 
Gewicht in kg 
Alter in Monaten 
oder Jahren
 
Atovaquon/Proguanil
62,5/25 mg/Junior-Tbl. 
 
Mefloquin
250 mg/Tbl.
 
Doxycyclin
100 mg/Tbl.
 
5-8 
< 4 Monate 
1/2 (bis 8kg, s.Text Off-Label-Use) 
0,125 
--- 
9-10 
4-11 Monate 
3/4 (>8kg, s. Text Off-Label-Use) 
0,25 
--- 
11-14 
1-2 Jahre 
0,25 
--- 
15-18 
3-4 Jahre 
0,375 
--- 
19-24 
5-7 Jahre 
1 (≥21 kg KG:2) 
0,5 
--- 
25-35 
8-10 Jahre 
2 (≥31 kg KG:3) 
0,5-0,75 
0,5 
36-50 
11-13 Jahre 
3 (>40 kg KG:
1 Erwachsenentablette) 
0.75-1 
0,75 
>50 
>13 Jahre 
1 Erwachsenentablette 

 

Regeldosierung zur Prophylaxe:

 

  • Exakte Dosierungen für Kinder unter 10 kg KG sollten durch Apotheker zubereitet werden.
  • Mefloquin (ab 5 kg KG): 5 mg/kg KG/Woche;
  • Atovaquon/Proguanil (ab 11 kg bis 40 kg KG): 1 Junior-Tbl. (62,5 mg/25 mg) pro 10 kg KG/Tag
  • Doxycyclin (ab 8 Jahre): 1,5-2,0 mg/kg KG/Tag (max. 100mg/Tag)

 

Dosierungsempfehlung zur notfallmäßigen Selbstbehandlung

 

 

 

Atovaquon/Proguanil

Atovaquon/Proguanil wird in der Therapie der Malaria über 3 Tage gegeben. Die Gabe erfolgt einmal pro Tag, wie unten angegeben.

  • 5-8 kg Körpergewicht: je 2 Tabl. „Junior“ (62,5/25 mg) pro Tag
  • 9-10 kg Körpergewicht: je 3 Tabl. „Junior“ pro Tag
  • 11-20 kg Körpergewicht: je 1 Tbl. Erwachsenendosis (250/100 mg) pro Tag
  • 21-30 kg Körpergewicht: je 2 Tbl. Erwachsene pro Tag
  • 31-40 kg Körpergewicht: je 3 Tbl. Erwachsene pro Tag
  • > 40 kg Körpergewicht: je 4 Tbl.  Erwachsene pro Tag

Der Hersteller empfiehlt die Tabletten mit einer Mahlzeit, insbesondere mit Milch zur Verbesserung der Resorption einzunehmen.

 

Artemether/Lumefantrin

Artemether/Lumefantrin (20 mg/120 mg pro Tablette) ist ab 5 kg KG zugelassen. Die Gabe erfolgt grundsätzlich wie bei Erwachsenen  in insgesamt 6 Dosen: initial, nach 8, 24, 36, 48 und 60 Stunden.

  • 5-<15 kg Körpergewicht: 1 Tablette pro Dosis
  • 15-<25 kg Körpergewicht: 2 Tabletten pro Dosis
  • 25-<?35 kg Körpergewicht: 3 Tabletten pro Dosis
  • ≥ 35 kg Körpergewicht und ab 12 Jahren: 4 Tabletten pro Dosis

Nach Herstellerangaben können die Tabletten zerbrochen werden; zur Verbesserung der Resorption sollten sie zusammen mit Nahrung oder einem milchhaltigen Getränk eingenommen werden.

 

Generell gilt für die Anwendung aller unter aller genannter Präparate (insbesondere bei Kindern, dass bei Erbrechen der Medikamente innerhalb von 30 Minuten nach Gabe die komplette Dosis erneut zu geben ist. Erbricht das Kind 30-60 Minuten nach Einnahme, ist die halbe Dosis nachzugeben. Erbricht das Kind später als 60 Minuten nach Tabletteneinnahme, gilt die Dosis als aufgenommen und resorbiert, so dass eine Wiederholung nicht erforderlich ist. Abweichend hiervon empfehlen die Hersteller von Atovaquon/Proguanil und Artemether/Lumefantrin die Dosis bei Erbrechen innerhalb von 1 Stunde nach Einnahme komplett zu wiederholen.

 

DTG-Zertifikate

 

Die DTG stellt für verschiedene Bereiche Zertifikate zur Fortbildung bereit. Im Menü links finden Sie die Bereiche für die Zertifikate, die ausgestellt werden können.

 

Die Zertifikate in Reisemedizin und Arbeitsmedizin stellt die Geschäftsstelle in München aus, wenn eine Kursbescheinigung übersandt wurde und die Gebühr von 28 Euro (inkl. Porto) auf das Konto der DTG (IBAN DE77 2008 0000 0500 4949 00) entrichtet wurde.

Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit (DTG) e.V.

Formular zur Beantragung oder Verlängerung eines DTG-Zertifikates herunterladen

 

c/o Tropeninstitut München

Frau Franziska Winter

Leopoldstraße 5

80802 München

Fax: +49 (0) 89 / 33 61 12

Email: dtg@lrz.uni-muenchen.de

 

 

 

Die Gesellschaft setzt Fachausschüsse zur Bearbeitung aktueller Fragestellungen ein, um wissenschaftlich fundierte Empfehlungen zu erarbeiten, die veröffentlicht werden, wie z. B. zur Malaria-Prophylaxe und -Therapie und Impfempfehlungen.

Die Gesellschaft ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Wissenschaftlicher Medizinischer Fachgesellschaften (AWMF). Die DTG erarbeitet Leitlinien zur Diagnostik und Therapie von Tropenkrankheiten, die von der AWMF publiziert werden.

Malariaempfehlungen
Reiseimpfungen
Leitlinien Tropenmedizin
Themen/Resolutionen der WHO

 

 

Vermeidung von Insektenstichen (Expositionsprophylaxe)

Die konsequente Anwendung der Maßnahmen zur Vermeidung von Stichen senkt nicht nur das Malaria-Risiko. Auch das Risiko anderer durch Arthropoden übertragenen Erkrankungen (z.B. Denguefieber, Chikungunya-Fieber, Zikavirus-Infektion, Leishmaniosen u.a.) wird dadurch erheblich verringert:

  • Verwendung von mit Insektiziden imprägnierten Moskitonetzen (Imprägnierung mit Permethrin z.B. mit Nobite® Verdünner)
  • Einreiben unbedeckter Haut mit mückenabweisenden Mitteln mit den Wirkstoffen DEET in einer Konzentration von 30-40% (z.B. Nobite® Care Plus® , Anti Brumm forte®) oder Icaridin (z. B. Autan tropical®).
  • Tragen von hautbedeckender, heller imprägnierter Kleidung ( z.B. mit Nobite® Kleidung einsprayen oder K-O TAB® Kleidung waschen)
  • Aufenthalt in mückensicheren Räumen (Klimaanlage, Fliegengitter)

Die zusätzliche Verwendung von Insektiziden als Spray, in Verdampfern, als Räucherspiralen (2mosquito coils") u.ä., sowie zur Imprägnierung von Moskitonetzen und Kleidungsstücken kann einen zusätzlichen Schutz bieten. Die Kombination von imprägnierter Kleidung und einen Repellent bietet den höchstmöglichen Schutz gegen Stiche. Auch bei Säuglingen und Kleinkindern ist eine Expositionsprophlaxe sehr effektiv durchführbar.

 

 

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Für Ärzte

 

impfbuch

Nach § 22 des Infektionsschutzgesetzes müssen alle durchgeführten Impfungen mit Chargennummer, der Bezeichnung des Impfstoffes (Handelsname), dem Impfdatum und der Krankheit, gegen die geimpft wurde, im Impfpass dokumentiert werden. Zusätzlich sind Stempel und Unterschrift des impfenden Arztes erforderlich. Als Impfausweis kann jedes WHO-gerechte Formular benutzt werden; empfohlen und für die Gelbfieberimpfdokumentation vorgeschrieben sind die „Internationale Bescheinigungen über Impfungen und Impfbuch“ der WHO.

Die Durchführung der Gelbfieberimpfung ist den von den Gesundheitsbehörden benannten Instituten oder Ärzten vorbehalten. Die DTG stellt ein Aufklärungsblatt zur Gelbfieberimpfung zur Verfügung.

Die Impfungen werden je nach Herstellerangaben subcutan (s.c.) oder intramuskulär (i.m.), in Ausnahmefällen auch intracutan (i.c.) appliziert. Für die intramuskuläre Impfung ist der Musculus deltoideus die bevorzugte Impfstelle. Ist dieser Muskel unzureichend ausgebildet, z.B. bei Säuglingen und Kleinkindern, wird die Injektion in den M. vastus lateralis (anterolateraler Oberschenkel) empfohlen, da an dieser Stelle die Gefahr von Gefäß- und Nervenverletzungen gering ist.

 

Zum Vorgehen bei fraglicher Impfanamnese

Aufgrund von Anfragen wird noch einmal festgestellt, daß eine fehlende ärztliche Dokumentation über eine Impfung gleichzusetzen ist mit "nicht geimpft". Personen, die keine Impfdokumentation nachweisen können, sind demzufolge wie Nichtgeimpfte zu behandeln; nicht belegte vorausgegangene Impfungen stellen bei diesem Vorgehen kein Risiko dar. Notwendige Impfungen dürfen nicht verschoben werden, fehlende Impfungen sind nachzuholen. Dabei ist zu beachten, daß es keine unzulässig großen Abstände zwischen Impfungen gibt; jede Impfung gilt. Auch eine für viele Jahre unterbrochene Grundimmunisierung muß nicht neu begonnen werden. Serologische Kontrollen sind ungeeignet zum Nachweis vorausgegangener Impfungen, z. B. unter dem Aspekt "unklarer Impfstatus". Sie sind auch nur in Ausnahmefällen zur Überprüfung des Impfschutzes angezeigt, z. B. Nachweis von anti-HBsAg bei Personen mit Hepatitis-B-Gefährdung oder Nachweis von Röteln-Antikörpern bei Frauen mit Kinderwunsch. Auch die vielfach praktizierten Diphtherie-Antitoxin-Bestimmungen sind bei immunkompetenten Personen nicht erforderlich. Wie bei allen anderen Impfungen ist auch bei der Immunprophylaxe der Diphtherie der dokumentierte Impfstatus entscheidend: Bei fehlender Dokumentation ist die Grundimmunisierung zu beginnen bzw. zu vervollständigen.

Eine Auffrischimpfung ist durchzuführen, wenn die letzte Impfung der Grundimmumsierung oder eine danach bereits erfolgte Impfung länger als 10 Jahre zurückliegen.

  • Impfempfehlungen der STIKO am RKI, März 1998, Epid. Bull. 15/98
  • Antitoxische Imunantwort nach Auffrischimpfung gegen Diphtherie. Epid. Bull. 18/98: 127-129
  • Thilo W: DMW 1998, Nr. 23: 749 (Kurzmitteilung) (Quelle: Epidemiologisches Bulletin 43/98: 305; 30. 10. 1998)

 

Aufklärung

Aufklaerung_offlabel_use.pdf

Aufklaerung_Gelbfieber_2015.pdf

Geschichte der DTG

Vom Kolonialismus zur Geomedizin

 

von Dr. med. Friedrich Hansen

 

Mein Vortrag über die Geschichte der Deutschen Tropenmedizinischen Gesellschaft bis 1950 handelt, wenn ich das so sagen darf, von einem Paradigmenwechsel in der Tropenmedizin, dem Wechsel vom Kolonialre visionismus zur Geomedizin. Im Grund genommen geht es jedoch dabei um die Umkehrung eines noch älteren Paradigmenwechsels in der Bakteriologie, der bereits im 19. Jahrhundert stattfand. Bekanntlich wurde der Aufstieg der Bakter iologie in Deutschland begleitet von dem berühmten Gelehrtenstreit zwischen Robert Koch und Max Pettenkofer. Ich werde zu zeigen versuchen, wie diese Kontroverse auc h die Tropenmedizin noch bis weit in unser Jahrhundert beeinflußt hat.

Um 1850 war der Münchner Mediziner Max Pettenkofer die dominierende Persönlichkeit der Seuchenpolitik und zugleich auch der Begründer der Hygiene in Deutschland. Seine 'lokalistische Miasmale hre' besagte daß für die Entstehung einer Seuche nicht in erster Linie der Krank heitserreger, sondern Verunreinigungen des Bodens durch giftige Gase, Miasmen genannt, verantwortlich zu machen sind. Seine Anhänger bildeten noch bis in die 90er Jahre des letzt en Jahrhunderts eine Mehrheit unter den deutschen Ärzten Pettenkofers Ge genspieler Robert Koch vertrat dagegen die Ansteckungstheorie. Diese maß dem Kr ankheitserreger, Kontagion genannt, bei der Seuchenausbreitung die ent scheidende Rolle zu. Koch konnte seine Theorie am Beispiel der Hamburger Choleraepidem ie von 1892 überzeugend demonstrieren. Er erklärte die Epidemie durch die Ausbreit ung des Cholera - Erregers im Trinkwasser was Pettenkofer ent schieden bestritt.

Der britische Historiker Richard Evans hat in seiner- Studie über die Choleraepidemie gezeigt, wie der wissenschaftliche Paradigmawechsel zugunsten von Koch mit dem politischen Wandel Deutschlands im ausgehenden 19. Jahrhunderts korrespondierte. Kochs Triumph war danach nicht allein se iner wissenschaftlichen Überlegenheit zuzuschreiben, sondern der Übereinstimmu ng seines Konzepts mit den politischen Vorgaben der Reichsgründung. Dazu gehörten erstens pr eußische Dominanz über Deutschland und zweitens nationales Prestige durch wissenschaftliche Paradestücke, die Koch in diesen Jahren in Serie ablieferte.

Als Folge der Choleraepidemie wurde um die Jahrhundertwende das Hamburger Tropeninstitut und bald darauf, nämlich im September 1907, die "Deutsche Tropenmedizinische Gesellschaft" gegründet. Unter dem Vorsitz von Bernhard Nocht versammelten sich zur Gründungsversammlung in Berlin 68 Tropenmediziner Außer ihm wurden Erwin von Baelz, Friedrich Fü lleborn, Carl Mense und Arthur Meiner in den Vorstand gewählt. Die erste wissenscha ftliche Tagung fand ein Jahr später in Hamburg statt. 1909 trafen sich in Berlin bereits 150 Mitglieder. Vorträge hielten dort u.a. Paul Ehrlich Ernst Rodenwaldt, Peter Mühlens und - damals noch ganz selbstverständlich - auch zwei jüdische Wissenschaftler: Martin Mayer aus Hamburg und Josef Jaffé aus Berlin.

1912 tagte die Gesellschaft wieder in Hamburg das sich mit seinem Kolonialinstitut damals zum Zentrum der deutschen Tropenm edizin mauserte. Die Gründung einer internationalen Tropenmedizinischen Gesell schaft die von deutscher Seite seit 1907 betrieben worden war, scheiterte übrigens am Vorabend des 1. Weltkrieges bei einem Treffen in London.

Nach der deutschen Niederlage von 1918 sah sich die deutsche Tropenmedizin wie die Kolonialpolitik internati onaler Kritik ausgesetzt. Stel lvertretend für andere wurde in offiziellen Ansprachen wiederholt Charles Laveran's Diktum zitiert, wonach Deutschland für immer auf koloniale und tropenmedizinische Ambitionen werde verzichten müssen. Auch auf deutscher Se ite gab es Ressentiments. Sie richteten sich einseitig gegen jüdische Wissenschaftl er, die sich in der experimentellen Naturwissenschaft hervorgetan hatten. Darunter auch Kontagionisten in der Nachfolge Koch, die en inzwischen als Bazillenjäger verspottet.

In den Jahren allgemeinen Mangels fanden Versammlungen der DTG ausschließlich in Hamburg statt: 1922 und 1925. Die Notgem einschaft der deutschen Wissenschaft gab Zuschüsse, damit die Referate der Tagungen überhaupt erscheinen konnten. Bernhard Nocht übte als Vorsitzender der DTG und gleichzeitiger Direktor des Hamburger Tropeninstituts einen überragend en Einfluß aus. Er konnte zu dessen 25jährigen Jubiläum zufrieden feststellen, die feindselige Haltung des Auslandes habe sich aufgelöst und man sei auf inte rnationalen Kongressen wieder gefragt. Dazu hatten wichtige pharmakologisc he Neuentwicklungen aus deutschen Labors beigetragen, Präparate wie Yatren (gegen Amöbenruhr), Stibosan und vor allem Germanin zur Bekämpfung der Schlafkran kheit, das international Schlagzeilen gemacht hatte. Über das Germa nin schrieb der Oxforder Bi ologe Julian Huxley schon 1923, diese Entdeckung würde den Alliierten wahrscheinl ich mehr einbringen, als alle deutschen Reparationen zusammen genommen.

Eine großzügige deutsche Spende der DTG an die britische Schwestergesellschaft wurde für den Bau des Londoner Manson-Haus es verwendet. Mit dieser Geste wollte man internationales Vertrauen zurückgewinn en. Gleichzeitig wurde 1925 durch eine Stiftung des Hamburger Senats und der Handelskammer die Bernhard-Nocht- Medaille geschaffen.

Nocht gab 1930 wegen Überschreitung der Al tersgrenze die Leitung des Hamburger Tropeninstituts an Fülleborn ab, blieb aber weiterhin Vorsitzender der DTG. Fülleborn starb bereits 1933. Schadewaldt brachte seinen unerwarteten Tod damit in Verbindung, daß er ,,von nat ionalsozialistischen Intrigen zermürbt" gewesen sei. Nach heftigen Auseinandersetzungen um se ine Nachfolger gelang es schließlich dem Vorstand, Peter Mühlens gegen den Kandidaten der NSDAP-Reichsleitung durchzusetzen. Dabei handelt es sich um Ernst Rodenwaldt, dessen unaufhaltsamer Aufstieg an die Spitze der deutschen Tropen medizin mit dieser Niederlage begann. Rodenwaldt war langjähriger Redakteur des völkischen Massenblattes 'Volk und Rasse' und seit 1933 Mitherausgeber des 'Archiv für Rassen- und Gesellschaftsbiologie'. Dort arbeitete er mit den führenden Rassentheoretikern des Dritten Reichs zusammen.

Im Sog der Rassenideologie gewannen auch miasmatische Konzepte buchstäblich wieder an Boden. Die Renaissance der Seuchenlehre Pettenkofers wurde 1931 von Heinz Zeiß unter dem Na men Geomedizin eingeläutet. Zeiß, der bald zum engsten Verbündeten Rodenwaldts werden sollte, ve rstand darunter die "Wissenschaft von der raumbezogenen Medizin" und l egte Wert auf die Festste llung, sie sei keine Kopie der Gedanken Pettenkofers, sondern deren logische Weiterentwicklung. Geografisch orientierten sich die Geomediziner nicht nach Afrika , sondern nach Osteuropa und Rußland, wo Zeiß während der zwanziger Jahre epidemiologische Erfahrungen gesammelt hatte. Zur rechten Zeit hatte er sich 1935 in Berlin eingefunden, um den begehrten Berliner Hygienelehrstuhl zu besetzen, den der jüdische Gewerbehygieniker Martin Hahn räumen mußte. 1935 endete mit dem Verzicht des Kochschülers Nocht auf den DTG-Vorsitz eine vergleichsweise harmonische Ära. In den folgenden Jahren geriet die Gesellsch aft mehr und mehr unter den Einfluß starker politischer Gegensätze.

Eine bedeutende wissenschaftliche Kontrove rse entzündete sich an der Frage der Virulenzfaktoren von Epidemien. Ganz heitlich und deduktiv argumentierende Neomiasmatiker von Zeiß und Rodenwaldt bis hin zu Eyer und Mrugowsky machten für Virulenzunterschiede Boden, Klima und rassische Disposition verantwortlich. Anders die experimentell und induktiv geprägten Kontagi onisten wie Wohlrab, Otto oder Rose. Diese lokalisierten die Viru lenzänderungen im Seuchenerreger selber und erklärten sie durch um weltabhängige Mutationen oder Modifìkationen. Erich Martini saß mit seinem Vektorkonzept zwischen den Stühlen. Seine Auffassung erscheint uns im Rückblick als die moder nste, denn er erklärte Virulenzänderungen durch Vektoren und Tierpassagen. Auch Mart ini erwies Pettenkofer seine Referenz, warnte aber zugleich vor einer Untersc hätzung der Mikrobenjäger und ihrer Erfolge. Martini sprach von Vektoren als 'mia smatischen Erregern' und stellte dem klassischen Contagium vivum ein Miasma vi vum als 'genius epidemicus' zur Seite.

Während der gesamten Periode des durch die Nazis ausgelösten politischen Umbruchs hatte die DTG keine Mitgliederversammlung und Neuwahlen durchgeführt. Dieser satzungswidrige Interimszustand dau erte von 1929 bis 1936. Ende Oktober 1936 wurde wieder ein neuer DTG-Vorstand gewählt, der dann bis zum Schluß im Amt blieb. Nachfolger von Nocht wurde Pe ter Mühlens, sein Vertreter Hans Ziemann, Schriftfuhrer wurde Curt Sonnenschein, des sen Vertreter Ernst Georg Nauck. Im wissenschaftlichen Teil der Tagung referierte Nauck über "Rasse und Gesunderhaltung sowie Siedlungsfragen in den warmen Ländern" und Ziemann über "Kriegsmalaria und ihre Folgen". Die Tag ung war sehr gut besucht und viele Teilnehmer beantragten die Aufnahme, darunt er Gerhard Rose vom Robert Koch- Institut.

Deutsche Tropenmediziner erhielten während der Nazizeit so gut wie keine Ehrungen aus dem Ausland. Zum letzte Ma l war die Ehrenmitgliedschaft der englischen Gesellschaft 191 1 an Ziemann verliehen worden.

Mitte der dreißiger Jahre kam es nach der ideologischen auch zu einer formellen Verknüpfung von Tropenmedizin und Rassenhygiene. Dazu gehörte beispielsweise die Verleihung des Pettenkofer-Preises an den Nestor der deutschen Rassenhygiene Alfred Ploetz im Jahr 1934. Zwei Jahre später wurde im Rahmen der Gleichschaltung der Wissenschaften die "Deutsche Gesellsc haft für Hygiene" gegründet. Ihr mußten sämtliche Fachgesellschaften aus dem präv entiven Sektor beitreten. Dazu gehörten auch die DTG und die Deutsche Gesellscha ft für Rassenhygiene. Die Satzung der letzteren mit ihren Rassekriterien wurde nun für die DTG zum Vorbild.

Der am Hamburger Tropeninstitut tätige Sc hriftführer Kurt Sonnenschein war nicht nur ein überzeugter Nationalsozialist, sondern auch langjähriges Mitglied der "Gesellschaft für Rassenhygiene" gewesen. Er nahm sich mit entsprechendem Eifer der rassistischen Säuberungen in der DTG an.

Die planvolle Ausgrenzung der jüdischen Mitglieder aus der DTG; begann damit, daß man aufhörte, ihre Mitgliedsbeiträge einzufor dern. In einem weiteren Schritt sorgte der Vorstand dann durch eine Satzungsänderung für die Möglichkeit des Ausscheidens der Säumigen. Wer mit zwei Jahresbeiträgen überfä llig und Jude war, wurde stillschweigend gestrichen, währ end säumige Nichtj uden gemahnt wurden.

Einen Überblick über die rassistischen Säuberungen gibt eine Aufstellung von Sonnenschein, aus dem Jahr 1936. Da rin sind sieben sichere und elf fragliche deutsche Nichtarier als ausgeschieden verzeic hnet. Darunter finden sich prominente Namen wie Max Neisser neben weniger bekannt en wie die bereits erwähnten Martin Mayer und Josef Jaffe.

Besondere Anstrengungen unt ernahm der Vorstand, um die Regierungs- und Schutztruppenärzte aus den ehema ligen deutschen Kolonien wi eder zu mobilisieren. Darin sah man einen direkten Beitrag zu r Vorbereitung der erneuten Inbesitznahme derselben. Sonnenschein schrieb: "Bei der erheblichen Verminderung der Mitgliederzahl durch Tod, Juden und Austritte bemühe ich mich, die Lücken durch Neuaufnahmen zu schließen." 107 ehemalig e Kolonialärzte wurden ausfindig gemacht und angeschrieben. 1937 kam en durch diese Bemühungen 85 neue Mitglieder hinzu. Aber auch international be kannte Forscher wie Philip Manson - Bahr aus London und der Franzose Lanoy traten in die DTG ein.

Bald nach Kriegsbeginn kam es zu politi schen Auseinandersetzungen in der DTG, in deren Folge sich zwei Flügel bildeten. Die Mehrheit des Vo rstandes, setzte unter der Führung von Mühlens auf die Rückgewi nnung der ehemaligen deutschen Kolonien in West-, Südwest und Ostafrika. Zu dieser Gruppe zählten auch einige Berliner Tropenmediziner am Robert Koch-lnsti tut. Demgegenüber favorisierte der Rodenwaldt-FIügel, der organisatorisch an der Militärärztlichen Akademie in Berlin angesiedelt war, die Kolonisierung des Os tens. Rassisten gab es auf beiden Seiten.

Nach dem Tod Ziemanns im Dezember 1939 stritt man auch um Personalfragen, um seinen Nachfolger. Ziemann war Leiter der Abteilung für Tropenpathologie an der Berliner Militärärztlichen Akademie gewesen und den Hamburger Tropenmedizinern stets loyal verbunden. Als dann 1940 Rodenwal dt die Abteilung übernahm, beeilte er sich, sie zu einem vollst ändigen Tropeninstitut auszubauen.

Zu dieser Zeit plante Mühlens ei ne Arbeitstagung zum Thema "koloniale Gesundheitsführung in Afrika". Er ent wickelte dafür se in Konzept des Kolonialrevisionismus. Mühlens erkannte das Dilemma, daß sich ein deutscher Führungsanspruch in den Tropen wegen der langjährigen kolonialen Abstinenz kaum empirisch untermauern ließ. Deshalb sollte Nocht ihm eine historisch-revisionistische Legitimation mit einem Vortrag über die Geschichte der Malariabekämpfung in den ehemals deutschen Kolonien liefern. Nocht verweigerte dies mit dem Hinweis, es fehle ihm sein theoretischer Zuarbeiter. Ge meint war Martin Maye r, der bereits Opfer der antisemitischen Säuberu ngen geworden und ins Auslan d geflohen war. Nochts Argumente gegen die Malaria als Parades tück des Revisionismus sind ganz pragmatisch: "Man müßte sich ...eingehend mit den Bekämpfungsmaßnahmen während der deutschen Verwaltung vor dem Krieg und denen, die die Engländer, Franzosen und Südafrikaner nach dem Kr ieg durchgeführt haben, beschäftigen.. ..oder sich auf eine Erörte rung der allgemeinen Grundsät ze beschränken, die heute überall für die Malariabekämpf ung gelten und darin gipfeln, daß der alte Streit um den Vorzug der verschiedenen Methoden de r Malariabekämpfung endgültig in dem Sinn erledigt ist, daß man sie alle anwenden soll und keine ... vernachlässigen darf..." Einer Anekdote zufolge bekämp ften die Deutschen die Malaria durch Geländesanierung, die Briten durch Umsi edlung der Einheimischen und die Belgier durch das Verfassen von Bericht en, die sie nach Brüssel sandten.

Ende Juni 1940 reist Mühlens nach Polen, um dort die Fleckfieber-Forschungsstelle des Tropeninstituts zu besuc hen, die von Nauck geleitet wurde. In Warschau war nach dem Überfall der deutschen Wehrmach t und der Gettoisierung der jüdischen Bevölkerung die Zahl der Fleckfieberkranken in die Höhe geschnellt. Mühlens bezeichnete in einem Brief an Nocht eine ih m vorgeführte "Entlausungs- Anstalt als eine Belausungsanstalt" und fügte hinzu: ,, Wie will man auch 600 000 Juden, die in ihren zum Teil zerstörten Ghettos in äußerst verwahrlostem Zustand vegetierend zusammenhausen, mit sicherem Erfolg ent lausen?" Ich habe mich an anderer Stelle mit dem Warschauer Getto unter dem Aspek t der biologischen Kriegführung befaßt und will deshalb hier ni cht näher darauf eingehen.

Nach seiner Rückkehr mußte Mühlens fe ststellen, daß Martini dem Hamburger Tropeninstitut den Rücken gekehrt und sich zu Rodenwaldt nach Berlin abgesetzt hatte. Mühlens berichtete Nocht, auch die Hamburger Tropenkurse würden als zivile von den Berliner Militärärzten sabotiert. ,,Es scheint also jetzt schon in der Heimat ein Gegensatz zwischen Militär-Kolonialärzten und Zivil-Kolonialärzten zu bestehen...", schrieb er.

Mühlens entwarf daraufhin einen ta ktischen Plan, mit dem Ziel, durch Vorstandsumbesetzung und Medaillen eine Spaltung der DTG abzuwenden. All das besprach er in einer umfangreichen Korrespondenz mit Nocht, von dem er angesichts der Berliner Machenschaften Soli darität einforderte. Er überredete ihn, zum bevorstehenden 40jährigen J ubiläum des Hamburger Tropeninstituts ein programmatisches Statement über "Eingeborenenhygiene" in Afrika abzugeben.

Trotz kriegsbedingter Widrigkeiten konnte die Tagung, wie vorgesehen, Anfang Oktober 1940 in Hamburg abgehalten werden. Die Mitgliederzahl war inzwischen auf über 280 angestiegen. Mühlens umsichtige Vorbereitungen trugen ihre Früchte. Keiner der eingelad enen Berliner Widersacher ent zog sich. Kleine wurde als Nachfolger von Ziemann in den DTG-Vors tand gewählt, Rodenwaldt und Rose in den erweiterten Vorstand berufen. Alle nahmen die Wahl an.

Den wissenschaftlichen Teil der T agung eröffnete Mühlens mit seinem Rechenschaftsbericht. Darin versuchte er die Berliner Konkurrenz noch rechts zu überholen: "Es darf und kann in unseren Kolonien nur einen Arzttyp geben: den deutschen Kolonialarzt. Und den müssen wir jetzt formen. Dabei kommt es darauf an, daß er 1. bis auf die Knochen ein guter deutscher Nationalsozialist ist, 2. ein in jeder Hinsicht ausgebildeter Arzt sein muß, der jeden Posten einzunehmen und voll auszufüllen gewillt ist.." Zum Abschluß wu rde die Bernhard Nocht-Medaille an neun Tropenmediziner verliehen, darunter Rodenwaldt und Walter Kikuth von den Bayer- Werken. Nocht betonte in seinem St atement über Einge borenenhygiene, dem Paradestück der Kolonialrevisionisten, "daß eine ausgedehntere Besiedlung des tropischen Afrikas mit Deutschen nicht in Frage kommt und damit der Eingeborene zum wichtigsten Aktivum für die Entwicklung dieser Gebiete zu gelten hat." Es folgten Referate der Veteranen des kolonialärztlichen Dienstes. Großen Wert legten die Redner auf Vergleiche ihrer Gesundhei tsdienste mit jenen der späteren Mandatsmächte, die allesamt zu deren Nachteil ausfielen. Die Tagung war für Mühlens ein voller Erfolg.

Der nächste Konflikt ließ aber nicht lange auf sich warten. Denn beide Protagonisten der DTG Mühlens und Rodenwald t, planten für 1942 jeweils eigene tropenmedizinische Tagungen. Mühlens war diesmal im Nachteil. Wegen seines Nierensteinleidens vom Kriegsdi enst befreit, war er in seinem Hamburger Institut von den Diskussionen der Militärhygieniker abgek oppelt. Sein Ansinnen, mitten im Krieg einen internationalen Tropenmed izinischen Kongreß mit dem Schwerpunkt Afrika zu veranstalten, scheiterte an der ablehnenden Haltung der Wehrmachtskreise.

Rodenwaldt traf mit seiner Idee einer exklusiven Kriegstagung nur für die Wehrmacht die Stimmung besser. So fand im Ma i 1942 die "Ost-Tagung der Beratenden Ärzte der Wehrmacht" in Berlin statt. Mühlens verließ beleidigt und gedemütigt die Tagung, als er erfuhr, daß dort ohne sein Mitwir ken das geheime Malariamittel Sontochin (Nivaquine) vorgestellt werden sollte. An Sontochin hing Mühlens Prestige. Es war jahrelang exclusiv am Tropeninstitut im Auft rag der Firma Bayer von Mühlens erprobt worden. Die Sache hatte eine Nachspiel. Im September gab es wegen des Sontochins zwischen Mühlens und Sanitäts chef Handloser wie es hieß ,,großen Krach". Mühlens trat nun die Flucht nach vorn an und macht die Präsentation seiner Sontochinprophylaxe der Malaria zum Hauptthema der geplanten Wiener DTG- Tagung, die inzwischen auf März 1943 ver schoben worden war. Im Dezember 1942 reiste er nach Wien, um mit Baldur von Schirach das Rahmenprogramm zu besprechen. Wegen der immer schwieriger werdenden militärischen Lage erhielt er zahlreiche Absagen von Wehrmachtsangehör igen. Nauck, bei der Kriegsmarine in Bulgarien im Einsatz, ri et ihm, sich auf die gegenwärtigen Kriegsschauplätze zu konzentrieren, also Südosten, Schwarzes Meer, Ägäis, Mittelmeerraum. Diesen Vorschlag machte sich Muhlens zu eigen. Außerdem holte er sich in Berlin Rückendeckung für seine Tagung v on Generalkommissar Karl Brandt und Reichsärzteführer Conti.

Im Januar 1943 überraschte Handloser Mühlens mit seinem Besuch in Hamburg, um erneut mit ihm über Sontochin zu verhandel n. Mühlens versuchte, von Handloser Zusagen über die notwend igen Kommandierungen und B eurlaubungen für seine Märztagung zu bekommen. Viel scheint er nicht erreicht zu haben. Entnervt schrieb er Nauck: "Wenn man jetzt wieder quer schießt und womöglich unsere Tagung vereitelt, dann schmeiße ich den ganzen Laden hin.." Es ging ihm bei der Sontochin- Affäre nicht nur um das wissenschaftliche Pr estige der Erstveröffent lichung. Im Streit mit Handloser spielte vermutlich der Vorwurf des Verrats an kriegswichtigen militärischen Geheimnissen die entscheidend e Rolle. Mühlens mußte sich mehrfach gegen derartige Vorwürfe verteidigen. Gegenüber Kikuth machte er geltend, daß die erste Veröffentlichung über Sont ochin von der Wehrmacht zu verantworten sei. Den Vorwurf, durch seine Veröffentlichung von Sontochindaten würden die USA in die Lage versetzt, den Deutschen mit einem neuen Malariamittel zuvorzukommen, wies er zurück. Am 16. Februar 1943 verbot Reichsärzteführer Conti telegraphisch die bevorstehende Wiener DTG-Tagung.

Mühlens war nun völlig deprimiert. Nauck schr ieb er vielsagend: ,,aber wir werden ja daran - trotz des vorgerückten Alters - nicht zu Grunde gehen." Doch Mühlens erlag wenig später, im Mai 1943, einem Herzinfarkt. Nach seinem Tod löste ihn im September 43 Nauck ab, der zunächst kommissarisch, bis zu seiner offiziellen Ernennung im Jahre 1947, das Hamburger Tropeninstitut le itete. Er besorgte auch die Liquidierung der DTG, die sich zu diesem Zeitpunkt faktisch bereits in Auflösung befand. Nach Kriegsende kam es zu einem langjährigen Rechtsstreit mit den Behörden der sowjetischen Besatzungszone, in deren Besitz sich das Vereinsvermögen befand. Denn Sitz der Gesell schaft war stets Leipzig gewesen, wo beim Verlag Ambrosius Barth Vater und Sohn Meiner all die Jahre die Kasse geführt hatte.

Zwischen 1945 und 1950 beschäftigte die ehemaligen Vorstandsmitglieder der Verlauf und die Folgen des Nürnberger Är zteprozesses. Einige der namhaftesten DTG-Mitglieder gehörten zum Kreis derjenige n Ärzte, die sich in den Augen der Weltöffentlichkeit Verbrechen gegen die Me nschlichkeit schuldig gemacht hatten. Unter ihnen Claus Schilling, der wegen u nethischer Malariaexperimente in Dachau angeklagt war und sich durch Selbstmord ei ner Verurteilung entzog. Ebenso Gerhard Rose, der wegen Fleckfieberexperimenten in Buchenwald vor dem Nürnberger Tribunal zur Rechenschaft gezogen wurde. Einige Tropenmedizi ner gehörten auch zu den deutschen Experten, die im Rahmen der Alsos-Mission von amerikanischen Militärexperten nach der deutschen Kapitulation vom 8. Mai 1945 befragt wurden. Das gilt besonders für Ernst Rodenwaldt, der sofort nach seiner Festnahme, den Siegern seine Dienste aktiv anbot und damit Erfolg hatte. Er verfaßte in ihrem Auftrag einen Forschungsbericht über den Gesamtbereich Hygiene, der in der bekannten FIAT (Field Intelligence Agency Technica l)-Reihe publiziert worden ist. In der gleichen Reihe veröffentlichte er einen Fo rschungsbericht zur 'Geomedizin'. Später stellte er mit Unterstützung der US-Navy die Seuchenkarten der Wehrmacht unter dem Namen 'Weltseuchenatlas' zusammen.

Und hier schließt sich der Kreis meiner Ausführungen. Rodenwaldt sprach in seiner FIAT- Bilanz von einer Rückbesinnung auf die Ära vor dem Kochschen Paradigma. Er betonte, der Anstoß zum erneuten Paradigmenwechsel, diesmal zugunsten einer Neomiasmatik im Zeichen Pettenkofers sei von der Tropenmedizin gekommen. Er schrieb: "Der...Lehre von den Krankheitse rregern als entscheidenden, wenn nicht alleinigen ätiologischen Faktoren ersc heint die Rolle des geographischen Milieus bedeutungslos. Nur Pettenkofer hielt daran fest, daß dem B oden in der Ätiologie der Infektionskrankheiten eine ent scheidende Rolle zukomme..." Erst ,,die Erforschung der Tropenkrankheiten - insbesondere der durch Insekten übertragenen -(zwang) dazu, die geomorphologische Situation zu analysieren, unter der die Überträger dieser Krankheiten ihre Lebensbedingungen finden..." Roden waldt hatte sich damit die Theorie von Martini und die epidemio logischen Erfahrungen von Zeiß zu eigen gemacht. Es gelang ihm, sein Expertenwis sen und seine Dienste geschickt an die Besatzungsmacht zu verkaufen. Er legte damit den Grundstein für die Nachkriegslegende, die ihn als den Nest or der deutschen Tropenmedizin sieht. Diese Sicht ist jedoch nicht unumstritten.

Reiseimpfungen

Impfplan und Zeitabstände

Reiseimpfungen bei Schwangeren

Reiseimpfungen bei Kindern

Impfungen bei HIV-Infektion

Allgemeine Hinweise

Reiseimpfungen

Zu den "Reiseimpfungen" zählt man im Allgemeinen Impfungen, die anlässlich einer Reise überprüft, empfohlen bzw. gegeben werden. Für praktische Belange unterscheidet man

  1. Impfungen, die vorgeschrieben sind
  2. Impfungen, die generell empfohlen sind
  3. Impfungen, die bei Risiko empfohlen sind

Impfplan und Zeitabstände

Die Aufstellung des Impfplanes erfolgt entsprechend des dokumentierten Impfstatus, der Indikation und der zur Verfügung stehenden Zeit bis zur Abreise, ggf. unter Beachtung von Ausschlussfristen und Prioritäten. Das Impfprogramm soll möglichst 10 bis 14 Tage vor Reiseantritt abgeschlossen sein. Diese Zeit wird zum Aufbau des Impfschutzes benötigt, sofern es sich nicht um eine Boosterung handelt. Außerdem sind eventuelle Impfreaktionen in aller Regel auf diesen Zeitraum begrenzt. "Last minute"-Reisen sind jedoch kein Grund, auf notwendige oder empfohlene Impfungen zu verzichten; das gilt vor allem für die Hepatitis A. Über das konkrete Vorgehen ist individuell zu entscheiden und entsprechend aufzuklären.

Sind zum Aufbau einer Grundimmunisierung mehrere Einzelimpfungen erforderlich, dürfen die hierfür vorgesehenen Mindestabstände nicht unterschritten werden; dagegen gibt es keine unzulässigen Maximalabstände. Jede dokumentierte Impfung zählt (STIKO)!

Impfungen mit inaktivierten Erregern, Antigenbestandteilen oder Toxoiden (sog. "Totimpfstoffe") erfordern untereinander oder zu Lebendimpfungen keine Zeitabstände. Impfungen mit attenuierten viralen "Lebendimpfstoffen" wie Gelbfieber, Masern, Mumps, Röteln oder Varizellen (einschließlich Herpes zoster) können simultan verabreicht oder, bevorzugt in einem Abstand von mind. 4 Wochen separat geimpft werden (siehe Tabelle). Bei Kindern im Alter von < 24 Monaten (Quelle: STIKO 2016/17 Seite 311, linke Spalte, letzter Absatz) gibt es Hinweise, dass die Immunantwort gegen Gelbfieber bei gleichzeitiger MMR-Impfung schwächer ausfällt.

Nach homologen Immunglobulinen (wie auch nach Bluttransfusionen) ist zu parenteralen Lebendvirusimpfstoffen ein Mindestabstand von 3 Monaten einzuhalten, bei umgekehrter Reihenfolge in der Regel 2 Wochen, bei Gelbfieber 1 Woche. Bei der oralen (Lebend-)impfung gegen Typhus sind keinerlei Zeitabstände erforderlich ( aber cave: Antibiotika, Malariamittel!).

Grundsätzlich gilt, dass nicht erneut geimpft wird, bevor nicht die Reaktion der vorangegangenen Impfung vollständig abgeklungen ist bzw. Komplikationen abgeklärt worden sind.

Mindest-Zeitabstände (in Tagen) für Lebendimpfstoffe

wenn sie nicht simultan gegeben werden, sowie für Immunglobuline und Bluttransfusionen


Gelbfieber  

Masern (MMR)  

Varizellen  

Typhus (oral)  

Immunglobulin
Bluttransfusion* 
Gelbfieber   
28  
28  
Masern (MMR) 
28  
 
28  
14 
Varizellen 
28  
28  
 
14 
Typhus (oral)  
 
Immunglobulin
Bluttransfusion * 
90  
90  
90-150  
 

 *sofern nicht notfallmäßig indiziert

Reiseimpfungen bei Schwangeren

Während der Schwangerschaft sollten Impfungen nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung und bei eindeutiger Indikation durchgeführt werden, das gilt vor allem für Lebendimpfstoffe im 1. Trimenon, speziell für Gelbfieber. Bei formaler Indikation (Impfpflicht bei Einreise) sollte eine Impfung vermieden werden, evtl. Impfbefreiungszeugnis ausgestellt werden; bei medizinischer Indikation (Exposition im Endemiegebiet) sollte die Reise möglichst verschoben, ansonsten nur unter Risikoabwägung geimpft werden. Eine versehentlich in der Schwangerschaft durchgeführte Impfung mit einer Lebendvakzine ist generell keine Indikation für einen Schwangerschaftsabbruch.

 

 Übersicht über Impfungen sind in der Schwangerschaft

Reiseimpfungen bei Kindern

Prinzipiell soll ein Kind auf einer Reise den gleichen Impfschutz haben wie ein Erwachsener. Die Reiseimpfempfehlungen für Kinder orientieren sich daher an den gleichen Kriterien. Dabei müssen altersbedingte Zulassungsbeschränkungen, Nebenwirkungen, Impfantworten und Gefährdungen berücksichtigt werden, so dass eine altersspezifische Nutzen-Risiko-Analyse erforderlich ist.

Generell sollte jedes Kind alle nach dem aktuellen Impfkalender der STIKO für sein Alter vorgesehenen Impfungen haben. Eventuelle Impflücken sind im Rahmen der Reisevorbereitungen zu schließen. Auf fällige Boosterungen während der Reise ist besonders bei Langzeitaufenthalten hinzuweisen.

Für die hier abgehandelten (Reise-)Impfungen ist aus diversen Gründen ein Mindestalter (in vollendeten Monaten bzw. Jahren) zu beachten:

 

 
Impfstoff
Mindestalter  
Standardimpfstoffe gemäß STIKO
D, T, aP, Hib, IPV, HB, Pneumokokken (Konjugat)  
2 Monate* 
Meningokokken
C-Konjugat, B-Protein
ACWY-Konjugat  

2 Monate
1 bzw. 2 Jahr(e)** 
Influenza
Totimpfstoffe
Lebendimpfstoff  

6 Monate***
24 Monate 
Gelbfieber   9 (6) Monate**** 
Masern   9 (6) Monate******** 
Varizellen   9 Monate 
FSME   1 Jahr****** 
Hepatitis A   1 Jahr 
Tollwut   keine Altersbeschränkung 
Typhus (oral)   5 Jahre 
Typhus (parenteral)  2 Jahre 
Cholera (oral)   2 Jahre 

Ausnahmen: Hepatitis B-Simultanprophylaxe bei exponierten Neugeborenen; der 13-valente Pneumokokken-Konjugatimpfstoff ist bereits ab dem Alter von 6 Wochen zugelassen. 
**  Zulassung varriiert abhängig vom Präparat: Nimenrix® ab 6 Wochen, Menveo® ab 2 Jahren (in den USA ab 2. Monat) 
***  Influsplit Tetra®:Mindestalter laut Fachinformation 3 Jahre 
****  Offiziell zugelassen ab 6 Monaten; bei Kindern zwischen 6-9 Monaten wegen erhöhten Enzephalitis-Risikos besondere Risiko-Nutzen-Abwägung erforderlich 
*****  nach WHO und STIKO evtl. schon ab 6. Monat; bei Erstimpfung vor dem 9. Lebensmonat zusätzlich zweimalige Impfung im 2. Lebensjahr empfohlen 
******  bei Kindern < 3 Jahren: Fieberreaktionen nach Impfung häufiger, Krankheitsverläufe mit Enzephalitis seltener; strenge Indikationsstellung nach Risikoabwägung 

 

Impfungen bei HIV-Infektion

(nach Empfehlungen der STIKO, Stand Juli 2010)

HIV-Infizierte sind aufgrund ihrer möglichen Immunschwäche besonders gefährdet.

 

 
Impfstoff
HIV-Infektion
asymptomatisch
(≥ 200 CD4-Zellen) 
HIV-Infektion
symptomatisch
(<200 CD4-Zellen) 
Inaktivierte Impfstoffe, Toxoide  
empfohlen  
empfohlen 
Masern-Impfstoff  
empfohlen  
nicht empfohlen* 
Gelbfieberimpfstoff  
empfohlen  
nicht empfohlen** 
Influenza Lebendvirusimpfstoff  
nicht empfohlen  
kontraindiziert** 
Varizellen  
möglich***  
kontraindiziert 

 

*Masern können bei HIV-Infizierten einen besonders schweren Verlauf nehmen. Bei erhöhter Masern-Gefährdung ist deshalb eine Masern-Impfung indiziert. Eine gleichzeitig durchgeführte IgG-Substitution kann den Impferfolg in Frage stellen. Eine Kontrolle des Impferfolges ist in diesen Fällen angeraten. Im Falle einer akuten Masern-Exposition ist bei bestimmten Personen eine IgG-Gabe zu erwägen.

**Laut Hersteller ist eine Impfung bei symptomatischer HIV-Infektion kontraindiziert.

***Die Varizellen-Schutzimpfung kann bei Varizellen-empfänglichen HIV-infizierten Personen mit noch funktionierender zellulärer Abwehr (altersentsprechende CD4-Zellzahl mit einem Anteil der CD4-Zellen an den Gesamtlymphozyten von ≥ 25%) erwogen werden.

Es ist darauf hinzuweisen, dass Impfschutzraten und -zeiten generell bei Patienten mit HIV-Infektion reduziert und bei fortgeschrittener Immundefizienz unsicher sind, so dass Kontrollen der Impftiter und ggf. die Gabe vom Immunglobulinen erwogen werden sollten.

Weitere Informationen finden Sie hier:

Anwendung (Applikation)

Impfrisiko

Aufklärung

Dokumentation

 

Allgemeine Hinweise

Bei den folgenden Informationen handelt es sich um eine Auswahl von Daten, die der raschen Orientierung des Arztes zur Beratung von Reisenden dienen. Sie basieren auf den aktuellen Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) sowie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und berücksichtigen die internationalen Gesundheitsbestimmungen, die Herstellerangaben sowie das europäische Zulassungsrecht, in Deutschland vertreten durch das Paul-Ehrlich-Institut (PEI).

Zur weitergehenden Information wird auf folgende Basis-Publikationen der o.g. Institutionen verwiesen:

  • STIKO: Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO), Stand August 2016, Epidemiologisches Bulletin des RKI Nr. 34 vom 29. August 2016
  • Hinweise der STIKO für Ärzte zum Aufklärungsbedarf bei Schutzimpfungen Stand Juni 2007, Epidemiologisches Bulletin des RKI Nr. 25 vom 22. Juni 2007
  • Hinweise der STIKO zu Impfungen für Patienten mit Immundefizienz Stand Nov. 2005, Sonderdruck Epidemiologische Bulletin des RKI Nr. 39 vom 10. November 2005.
  • Die genannten Publikationen der STIKO können über das RKI bezogen oder im Internet unter www.rki.de  -->Impfen-->Impfthemen A-Z abgerufen werden.
  • PEI: Aktuelle Informationen des Paul-Ehrlich-Instituts zu Impfstoffen sowie Formulare zur Meldung von Impfkomplikationen nach IfSG können im Internet unter www.pei.de abgerufen werden.
  • WHO: International Travel and Health Stand 16. Februar 2017, Aktualisierungen finden Sie im Internet
  • DTG: Aufklärungsblatt zur Anwendung von Impfstoffen außerhalb der formalen Zulassung (sog."off-label-use"); Stand April 2012
  • Aufklärungsblatt zur Gelbfieber-Impfung ----> steht auf der DTG-Homepage zur Verfügung

Bei jeder Impfung ist unbedingt die Fachinformation des Impfstoffherstellers zu beachten. Sie hat vor allem im Hinblick auf Anwendung, Gegenanzeigen, Wechsel- und Nebenwirkungen des betreffenden Impfstoffs einen hohen Stellenwert, nicht zuletzt bei eventuellen juristischen Ausein-andersetzungen. Zu wissenschaftlichen Fragen und Studien wird schließlich auf die einschlägige Fachliteratur verwiesen. Diese Informationen wurden im Auftrag der DTG vom Arbeitsausschuss Reisemedizin erstellt (Redaktion: Dr. G. Boecken, Berlin):

 

Offenlegung der Interessenkonflikte der Mitglieder des Arbeitsausschusses: Alle beteiligten Ausschussmitglieder erklären, dass sie keine finanziellen Verbindungen mit einer Firma haben, deren Produkte in dieser Leitlinie eine Rolle spielen. Die Interessenkonflikte wurden anhand des aktuell gültigen Formblatts der AWMF dargelegt und liegen dem Koordinator vor. Die Erstellung der Leitlinie erfolgte ohne Finanzierung.

  • Dr. Martin Alberer, München
  • Dr. G. Boecken, Nairobi/Berlin Prof.
  • Dr. Gerd-Dieter Burchard, Hamburg
  • PD Dr. Jakob Cramer, Hamburg (stellv. Vorsitzender)
  • Dr. Andreas Müller, Würzburg Prof.
  • Dr. Hans Dieter Nothdurft, München (Vorsitzender)
  • Dr. Susanne Pechel, München
  • Dr. Christian Schönfeld, Berlin
  • PD Dr. P. Zanger, Heidelberg

Externe Berater:

  • Prof. Dr. C. Hatz, Basel
  • Prof. Dr. Ursula Wiedermann, Wien

Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin

Zweck und Aufgabe der Gesellschaft

Die DTG wurde 1907 gegründet und zählt zur Zeit knapp 1000 Mitglieder. Als wissenschaftliche Fachgesellschaft hat sie den Zusammenschluss von Humanmedizinern, Veterinärmedizinern, Natur- und Sozialwissenschaftlern zum Ziel, die auf den Gebieten Tropenmedizin und Internationale Gesundheit praktizieren, forschen, beraten oder die daran besonders interessiert sind. Die DTG ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Wissenschaftlicher Medizinischer Fachgesellschaften (AWMF).

Die Fachgebiete Tropenmedizin und Internationale Gesundheit beschäftigen sich mit den medizinischen und gesundheitlichen Problemen in den Tropen und Subtropen und in den Entwicklungsländern. Dies umfasst alle Aspekte der klinischen Medizin, Hygiene und Mikrobiologie, Epidemiologie, Sozial- und Umweltmedizin und verwandter Fachgebiete.

Neben der Erforschung und Bekämpfung von Krankheiten der Tropen und der Entwicklungsländer ist ein wichtiges Tätigkeitsfeld die Diagnostik und Behandlung importierter Erkrankungen bei Reisenden und Migranten sowie die präventivmedizinische Beratung und Betreuung von Reisenden vor und nach Aufenthalten in Tropen, Subtropen und Entwicklungsländern (Reisemedizin).

Zu den Aufgaben der Gesellschaft gehört der Erfahrungsaustausch zwischen In- und Ausland, die Förderung von Forschung und Lehre, die Nachwuchsförderung, die Unterstützung der Fort- und Weiterbildung auf diesem Gebiet, sowohl in Deutschland als auch im tropischen Ausland, ferner die Beratung von Behörden und Privatpersonen sowie die Aufklärung auf den Gebieten der Tropen- und Reisemedizin einschliesslich der Erstellung aktueller, Evidenz-basierter Leitlinien und Empfehlungen. Die Gesellschaft verfolgt ausschließlich gemeinnützige und wissenschaftliche Zwecke im Sinne der Gemeinnützigkeits-Verordnung vom 24.12.1963.

Die DTG richtet mindestens alle zwei Jahre eine Jahrestagung aus, bei der auch die ordentliche Mitgliederversammlung (Hauptversammlung) stattfindet.

Sie möchten Mitglied in der DTG werden? Dann füllen Sie bitte das Antragsformular direkt hier online aus!

Impfrisiko / Aufklärung

Anwendung (Applikation)

Impfungen werden in der Regel intramuskulär (i. m.) oder subkutan (s. c.), in Ausnah- mefällen auch oral, intrakutan (i. c.) oder intranasal appliziert. In jedem Fall sind die Herstellerangaben zu beachten. Eine intravasale Injektion ist unbedingt zu vermeiden. Für die intramuskuläre Impfung ist der Musculus deltoideus die bevorzugte Impf- stelle. Wenn nicht ausdrücklich vom Hersteller abgeraten wird, kann auch mehr als eine Impfung simultan intramuskulär in den M. deltoideus geimpft werden, es sollte dann aber ein Abstand von mind. 2 cm eingehalten werden. Ist dieser Muskel unzurei- chend ausgebildet, z. B. bei Säuglingen und Kleinkindern, wird die Injektion in den M. quadriceps femoris, Vastus lateralis (anterolateraler Oberschenkel) empfohlen, da an dieser Stelle die Gefahr von Gefäß- und Nervenverletzungen gering ist. Stehen mehrere parenterale Impfungen zum gleichen Termin an, sind sie an unterschiedlichen Stellen zu injizieren. Sofern verfügbar, sind Kombinationsimpfstoffe zu verwenden. Keinesfalls dürfen Impfstoffe in der gleichen Spritze gemischt werden.

Impfrisiko

Jede Impfung ist mit Risiken verbunden, die als sog. "Unerwünschte Arzneimittelreaktionen (UAR)" auftreten können. Der Übergang von einer normalen "Impfreaktion" mit leichten Lokal- und Allgemeinerscheinungen zu echten "Nebenwirkungen" ist fließend. Schwere UAR nach Impfungen sind äußerst selten. Wenn sie über das übliche Maß einer Impfreaktion hinausgehen, sind sie nach § 6 Abs.1, Nr. 3 IfSG meldepflichtig. Formulare sind beim Gesundheitsamt oder über das Paul-Ehrlich-Insitut erhältlich. Vor der Impfung muss der Impfling über derartige UAR aufgeklärt werden. Der Hersteller hat den Arzt in der Gebrauchsinformation über alle bekannt gewordenen Nebenwirkungen seines Produktes zu informieren.

Sie enthalten auch Angaben zur Häufigkeit, die sich an der "Summary Product Characterisation (SPC)-Guideline" orientieren und folgende Einteilung vorsehen:

SPC-Guideline

  • very common: > 10% - sehr häufig
  • common: 1% - 10% häufig
  • uncommon: 0,1% - 1% gelegentlich
  • rare: 0,01% - 0,1% selten
  • very rare: < 0,01% sehr selten

"very rare - sehr selten" schließt Einzelfälle mit ein.

Bei der Übersicht der einzelnen Impfungen sind nur solche UAR erwähnt, die eine besondere Bedeutung in der Reisemedizin haben. Der Impfarzt sollte sich immer anhand der Gebrauchsinformation des verwendeten Präparates und der einschlägigen STIKO-Hinweise über mögliche Nebenwirkungen und Inhaltsstoffe informieren; ihre vollständige Auflistung ist im Rahmen dieser Information ist nicht möglich. Gleiches gilt auch für Kontraindikationen und Wechselwirkungen, die in jedem Fall zu beachten sind. Bei akuten, behandlungsbedürftigen Erkrankungen sollte generell frühestens 2 Wochen nach der Genesung geimpft werden; ggf. ist eine Risikoabwägung erforderlich.

Aufklärung

Vor Durchführung einer Impfung hat der Arzt die Pflicht, den Impfling bzw. Sor- geberechtigten über die zu verhütende Krankheit und die Therapiemöglichkeiten sowie über die Impfung (Impfstoff, Impfweise, Dauer des Schutzes, Wiederholungsimp- fungen, Verhalten nach Impfung sowie Nutzen und Risiko) aufzuklären. Das Gesetz zur Verbesserung der Rechte von Patientinnen und Patienten von 2013 ist dabei zu beachten. Die Aufklärung muss mündlich durch den Behandelnden oder durch eine Person erfolgen, die über die zur Durchführung der Maßnahme notwendige Aus- bildung verfügt; ergänzend kann auch auf Unterlagen Bezug genommen werden, die der Patient in Textform erhält. Die Aufklärung hat so rechtzeitig erfolgen, dass der Patient seine Entscheidung über die Einwilligung wohlüberlegt treffen kann und so, dass sie für ihn verständlich ist. Sie ist durch den Impfarzt in den Patienten- unterlagen zu dokumentieren. Wird ein entsprechendes Merkblatt benutzt, sollte dies in der Dokumentation erwähnt werden. In jedem Fall ist dem Impfling bzw. Sorgeberechtigten Gelegenheit für gezielte Nachfragen zu geben. Bei Verwendung eines in Deutschland nicht zugelassenen Impfstoffes bzw. einer Indikationserweiterung eines zugelassenen Impfstoffes ist die Aufklärung besonders wichtig. In der Regel basiert die Nicht-Zulassung auf formalen bzw. wirtschaftlichen und nicht auf medizinischen Gründen; entsprechende Ängste sind abzubauen. Auf den Wegfall der Produkthaftung durch den Hersteller ist hinzuweisen. Hierfür ist die Schriftform ratsam. Siehe auch Hinweise zu Impfungen für Ärzte.

Dokumentation

Nach § 22 des Infektionsschutzgesetzes müssen alle durchgeführten Impfungen mit Datum, Bezeichnung (Handelsname) und Chargennummer des Impfstoffs, Name der Krankheit, gegen die geimpft wird, in einem Impfausweis dokumentiert und mit Namen, Anschrift (Stempel) und Unterschrift des impfenden Arztes versehen werden. Nach Möglichkeit sollten alle Impfungen in einem Impfbuch eingetragen werden, das ggf. im internationalen Reiseverkehr anerkannt wird. Das trifft auf das in Deutschland üblicherweise verwendete gelbe Heft im A6-Format "Internationale Bescheinigungen über Impfungen und Impfbuch" zu. Es kann u.a. bezogen werden über das Deutsche Grünes Kreuz, Biegenstr. 6, 35037 Marburg

Seit Inkrafttreten der Internationalen Gesundheitsbestimmungen am 15.07.2007 ist darauf zu achten, dass die bisher für Gelbfieber vorgesehene Seite der aktuellen Form ("International certificate of vaccination or prophylaxis") entspricht und vollständig und korrekt ausgefüllt wird. Hier werden neben Gelbfieber auch weitere, entsprechend den Internationalen Gesundheitsvorschriften im internationalen Reiseverkehr notwendige Impfungen und prophylaxemaßnahmen eingetragen (z.B. Poliomyelitis)

Impfungen können von jedem niedergelassenen Arzt vorgenommen werden. Einzige Ausnahme ist die Impfung gegen Gelbfieber, die zur Gültigkeit im internationalen Reiseverkehr nur von einem Arzt oder einer Impfstelle mit staatlicher Zulassung dokumentiert werden darf.

Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin
und Internationale Gesundheit e.V.

c/o Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin
Bernhard-Nocht-Strasse 74
D-20359 Hamburg 

Geschäftsstelle

Frau Elke Werner
Bernhard-Nocht-Str. 74
20359 Hamburg

Telefon: +49 40 4281-8478
Fax: +49 40 42818-512
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Vorstand

Dr. med. Dr. rer. nat. Carsten Köhler,
 Tübingen

 (1. Vorsitzender)
Prof. Dr. med. Jürgen May, 
Hamburg (2. Vorsitzender)


Dr. med. Sabine Bélard,
 Berlin


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 Würzburg


Prof. Dr. med. Bernhard Fleischer, 
Hamburg (Schriftführer)

Verantwortlich im Sinne von § 55 Abs. 2 RStV:
Prof. Dr. med. Bernhard Fleischer
Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin
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Für redaktionelle Beiträge ist der Vorstand verantwortlich, sofern diese nicht namentlich gekennzeichnet sind.

Betreuung der Website
Angelika Thomschke, Elke Werner

 

Für Veranstalter

Sie sind Veranstalter eines Kongresses oder Kurses mit reisemedizin-ischem Hintergrund? Melden Sie uns doch ihren Kurs. Er wird dann in Kürze in unseren Kalender aufgenommen.

Geschäftsstelle

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Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir Ihnen keine individuelle medizinische Beratung anbieten können und dürfen. Für spezielle Fragen wenden Sie sich bitte an einen reisemedizinisch fortgebildeten Arzt oder an ein Tropeninstitut.

Geschäftsstelle für Zertifikate Reisemedizin und Arbeitsmedizin

Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit (DTG) e.V.

c/o Tropeninstitut München

Frau Franziska Winter

Leopoldstraße 5

80802 München

Fax: +49 (0) 89 / 33 61 12

Email: dtg@lrz.uni-muenchen.de

 

Kooperationspartner der DTG

DGKJ Prof. Dr. M. Krawinkel
Institut für Ernährungswissenschaft
Justus-Liebig-Universität Gießen
Wilhelmstraße 20
weblink Website
Arbeitsgemeinschaft Tropenpädiatrie in der Deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde 35392 Gießen mail Keine E-mail-Adresse
angegeben

 

logo-sanitaetsdienst Nur für Angehörige der Bundeswehr
und staatliche Dienststellen.


Kopperpahler Allee 120
weblink Website
Schiffahrtsmedizinisches Institut der Marine
"Infektions-, Tropen- und Präventivmedizin"
24119 Kronshagen

mail E-mail

 

Arbeitskreis Tropenmedizin München Prof. Dr. V. Klauss
c/o Forschungsgruppe Internationale Medizin
Georgenstraße 5
weblink Keine Website
angegeben
80799 München mail Keine E-mail-Adresse
angegeben

 

logo-anaesthesie c/o Zentrum Anästhesiologie,
Rettungs- und Intensvimedizin
Universitätsklinikum Göttingen
Robert Koch-Straße 40
weblink Website
Anästhesie in Entwicklungsländern e.V.
37075 Göttingen
mail E-mail

 

logo-FIDE PD Dr. J. Volz
Universitäts-Frauenklinik
Klinikum Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 10
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Arbeitsgemeinschaft Frauengesundheit in der
Entwicklungsarbeit (FIDE) / Tropengynäkologie

68135 Mannheim

mail
mail

E-mail
E-mail

 

logo-BDI Dr. med. Fritz Seiler
Friedrich-von-Schiller-Straße 10
weblink Website
Arbeitskreis Tropenmedizin
im Berufsverband Deutscher Internisten e.V.
95444 Bayreuth
mail Keine E-mail-Adresse
angegeben

 

logo-tropenchirurgie Dr. Gabi Holoch
Helios Klinik Titisee-Neustadt
Jostalstr. 12
weblink Website
Deutsche Gesellschaft für Tropenchirurgie (DTC) 79822 Titisee-Neustadt
mail E-mail

 

logo-isdt Dr. med. S. Walther
Centre Médical
Baggersee 6
Avenue de Strasbourg
weblink Website
Society for Dermatology in the Tropics e. V. F-67400 Illkirch-Graff. mail E-mail

 

logo-lmu Prof. Dr. Volker Klauss
Arbeitsgruppe für Epidemiologie,
Infektiologie und Tropenophtalmologie
Universität München
Mathildenstraße 8
weblink Website
Tropenophthalmologie 80366 München mail Keine E-Mail-Adresse
angegeben

 

logo-unibielefeld Fakultät für Geisteswissenschaften,
Epidemiologie und
International Public Health
Universitätsstraße 25
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Universität Bielefeld
Section International Public Health

33615 Bielefeld mail E-mail

 

logo-aht Dr. M. Peters
Wandsbeker Marktstraße 73
weblink Website
Arbeitskreis Hamburger Tropenmediziner 22041 Hamburg mail Keine E-Mail-Adresse
angegeben

 

DSTDG
Deutschsprachige Gesellschaft zur
Prävention sexuell übertragbarer Krankheiten
Vorsitzender: Prof. Dr. G. Gross
Klinik und Poliklinik für Dermatologie
und Venerologie der Universität Rostock
Augustenstraße 80
weblink Website
  18055 Rostock mail Keine E-Mail-Adresse
angegeben


Österreich

logo-oegtpm Dr. Helmut Sattmann
Naturhistorisches Museum Wien
Burgring 7
weblink Website
Österreichische Gesellschaft für Tropenmedizin
und Parasitologie (ÖGTP)
A-1010 Wien mail E-mail

 
Schweiz

logo-sstmp Hansueli Ochs
Bundesamt für Veterinärwesen
Schwarzenburgstrasse 155
weblink Website
Schweizerische Gesellschaft für
Tropenmedizin und Parasitologie
CH-3003 Bern mail E-mail


Ständige Konferenz der Infektiologischen Fachgesellschaften (SKIF)

Zur Ständigen Konferenz der Infektiologischen Fachgesellschaften (SKIF) gehören folgende zehn Mitgliedsgesellschaften:

logo-dghm weblink Website
Deutsche Gesellschaft für
Hygiene und Mikrobiologie (DGHM) e.V.
   

 

logo-DVV weblink Website
Deutsche Vereinigung zur
Bekämpfung der Viruskrankheiten (DVV)
   

 

logo-daig weblink Website
Deutsche AIDS-Gesellschaft    

 

logo-dgi weblink Website
Deutsche Gesellschaft für Infektiologie e.V.    

 

logo-dtg weblink Website
Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin
und Internationale Gesundheit e.V.
   

 

logo-dgpi weblink Website
Deutsche Gesellschaft für
Pädiatrische Infektiologie (DGPI)

   

 

logo-gfv weblink Website
Deutsche Gesellschaft für Virologie (GfV)
   

 

logo-DMykG weblink Website
Deutschsprachige Mykologische Gesellschaft e.V.    

 

logo-peg weblink Website
Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie e.V.    

 

DSTDG
Deutschsprachige Gesellschaft zur Prävention
sexuell übertragbarer Krankheiten
weblink Website
     

Kurse

Auf den folgenden Unterseiten erhalten Sie Informationen zu den Kursen, Fort- und Weiterbildungen, die bei der DTG gemeldet wurden. Wählen Sie hierzu die zugehörigen Menüpunkte auf der linken Seite.

Leitlinien

 

Der Arbeitsausschuss Leitlinien erarbeitet und pflegt wissensbasierte Leitlinien zur Diagnostik und Therapie von Tropenkrankheiten nach den methodischen Grundlagen und Qualitätskriterien der AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften). Bisher wurden folgende Leitlinien veröffentlicht:

Leitlinie_Amoebenleberabzess.2016.pdf


Leitlinie_Amoebenruhr_2016.pdf


Leitlinie_Leishmaniasis_Literatur.pdf


Leitlinie_Kutane_Leishmaniasis.pdf


Leitlinie_viszerale_Leishmaniasis.pdf


Leitlinie_Malaria_2016.pdf


Leitlinie_Schistosomiasis.pdf

Malariaempfehlungen

Empfehlungen zur Prophylaxe und Therapie der Malaria der DTG 2017

Die Morbidität und Mortalität durch Malaria ist in den letzten Jahren weltweit zurückgegangen. Diese Entwicklung ist Ausdruck intensivierter Kontroll- und Präventionsmaßnahmen. In Deutschland wurden in den Jahren 2005-2013 zwischen 500-600 importierte Malariafälle gemäß IfSG-Meldepflicht registriert. In den Jahren seit 2014 ist die Zahl mit > 1000 Fällen wieder deutlich angestiegen. Der Anstieg war zumindest teilweise durch die große Anzahl von Geflüchteten u. a. vom Horn von Afrika, und die von dort importierten P. vivax Infektionen begründet. Die meisten Malariaerkrankungen (ca. 90 %) werden im tropischen Afrika erworben (v. a. Westafrika: Nigeria, Ghana, Togo und Kamerun, aber auch in Kenia). Außerhalb Afrikas wurden v. a. aus Pakistan Malaria-Fälle importiert. Aus Mittel- und Südamerika wurden 2015 nur 10 Fälle importiert bwz. gemeldet. In ca. 60% der gemeldeten Fälle handelt es sich um eine Faciparum-Malaria (früher "Malaria tropica"). Diese Beobachtungen unterstreichen die anhaltende Bedeutung der Malariaprävention in der Reisemedizin

Download Malaria-Empfehlungen 2017

Malariaprophylaxe

Das Malariarisiko und die Schwere der Erkrankung hängen von vielen Faktoren ab, wie z. B. der Aufenthaltsdauer und dem Expositionsverhalten, den vorherrschenden Plasmodienarten, der Häufigkeit     infizierter Vektoren (Anophelesmücken), dem Vorkommen von Resistenzen und der Jahreszeit. Empfehlungen, die für alle Reisenden gelten, können daher nur bedingt erteilt werden. Aus demselben Grund kann die konsequente Einhaltung der hier genannten Empfehlungen keinen absolut sicheren Schutz vor einer Malaria bieten, aber das Infektions- und Erkrankungsrisiko jedoch erheblich senken.

Um das Risiko einer Malaria und ggf. die möglichen Komplikationen einer Infektion so gering wie möglich zu halten, müssen Reisende in Endemiegebiete ausdrücklich auf die Möglichkeit einer Malariaübertragung hingewiesen werden. Importierte Malariaerkrankungen sind bei Migranten der ersten oder zweiten Generation, die in Deutschland leben und ihr Herkunftsland besuchen (VFR = „visiting friends and relatives") überproportional stark repräsentiert. Gründe hierfür sind häufig eine reduzierte Risikowahrnehmung und der Besuch ländlicher Regionen mit hoher Malariatransmission (siehe Migranten aus Malariagebieten). Reisende sollten wissen, dass eine Malaria bedrohlich und innerhalb weniger Tage nach Beginn der Symptome tödlich verlaufen kann und dass eine in der Kindheit erworbene Semi-Immunität außerhalb des Infektionsgebietes verloren geht. Zudem sollten Reisende informiert sein, dass auch noch Monate nach Rückkehr bei Fieber oder anderen unklaren Krankheitssymptomen umgehend ärztlicher Rat einzuholen ist und die behandelnden Ärzte auf die Reiseanamnese/Exposition hinzuweisen sind.

Wesentliche Schutzmaßnahmen vor Malaria bestehen in:

Besondere Personengruppen

Für Besondere Personengruppen, vor allem Kinder, Schwangere und Menschen mit Vorerkrankungen oder bei längeren Tropenaufenthalten bestehen gesonderte Empfehlungen.

Wichtiger Hinweis

Die vorstehenden Empfehlungen zur Malariavorbeugung orientieren sich an Erfahrungen und Daten aus der Touristikmedizin und gelten für den "Regelfall" eines organisiert reisenden Touristen.

Der beratende Arzt kann sich im Rahmen einer individuellen Beratung aus fachlichen Gründen unter Beachtung der WHO-Richtlinien und der deutschen Zulassungsbedingungen für ein anderes Vorgehen entscheiden, wenn das Malaria-Risiko z.B. durch Reisestil, Aufenthaltsdauer, Region, Saison oder aktuelle Ereignisse deutlich höher oder geringer anzusetzen ist, als bei einem typischen Touristikurlaub. Der Reisende ist in diesem Fall über alle Alternativen im Rahmen des Ermessensspielraums aufzuklären und an der Entscheidung maßgeblich zu beteiligen. Das Ergebnis sollte dokumentiert werden.
Checkliste für die Malaria-Beratung durch den Arzt

Malaria-Empfehlungen der DTG auf leitlinien.net

Medikamente

Medikamentöse Vorbeugung (Chemoprophylaxe)

 

Eine regelmäßige Chemoprophylaxe ist bei Reisen in Malariagebiete mit hohem
Übertragungspotential (insbesondere Subsahara-Afrika, wenige Gebiete Ozeaniens und Südamerikas) grundsätzlich empfehlenswert und kann das Erkrankungsrisiko wesentlich reduzieren. Wenn in Gebieten mit niedrigem oder mittlerem Malariarisiko keine regelmäßige Chemoprophylaxe durchgeführt wird, sollte in der Regel die therapeutische Dosis eines Medikaments mitgeführt werden, das bei malariaverdächtigen Symptomen und nicht zeitnah erreichbarer und/oder verlässlicher ärztlicher Hilfe eingenommen wird (notfallmäßige Selbstbehandlung). Dies sollte jedoch nur eine Notfallmaßnahme bis zum Erreichen effektiver ärztlicher Hilfe darstellen.

Die medikamentöse Vorbeugung (Chemoprophylaxe) der Malaria ist erschwert durch die Verbreitung von Resistenzen, die – nach Region und Ausmaß unterschiedlich – bereits gegen jedes der zur Verfügung stehenden Antimalariamittel vorkommen. Die konkrete Empfehlung über die Art der Malariaprophylaxe muss anhand des Reisezieles, der Reisezeit, der Reisedauer, des Reisestils und unter Berücksichtigung individueller Gegenanzeigen vom Tropen- und/oder Reisemediziner getroffen werden.

 

Medikamente gegen Malaria mit reisemedizinischer Bedeutung

  1.  Artemether/Lumefantrin
  2.  Atovaquon/Proguanil
  3.  Chinin
  4.  Chloroquin
  5.  Dihydroartemisinin/Piperaquintetraphophat
  6.  Doxycyclin
  7.  Mefloquin
  8.  Primaquin
  9.  Nicht zur Prophylaxe geeignete Maßnahmen
  10.  Gewichtsadaption
  11.  Download der Medikamentenliste als PDF

Artemether/Lumefantrin

Die fixe Kombination Artemether/Lumefantrin (Riamet®) kann zur Therapie einschließlich der notfallmäßigen Selbstbehandlung von unkomplizierten Infektionen durch P. falciparum und zur Akutbehandlung anderer Malariaformen eingesetzt werden. Zur Prophylaxe der Malaria ist das Mittel aufgrund seiner kurzen Halbwertszeit nicht geeignet. An Nebenwirkungen wurden in erster Linie Verdauungsstörungen, Kopfschmerzen und Schwindel beobachtet. Riamet® ist kontraindiziert bei Patienten mit einer Familiengeschichte für plötzlichen Herztod oder einer angeborenen Verlängerung des QTc-Intervalls, bei gleichzeitiger Anwendung anderer Arzneimittel, die das QTc-Intervall verlängern Anwendung bei besonderen Personengruppen, sowie bei allen anderen Zuständen, die mit der Verlängerung des QTc-Intervalls einhergehen. Ebenfalls besteht eine Kontraindikation bei Patienten unter Therapie mit starken Induktoren von CYP3A4, z. B. Rifampicin, Carbamazepin, Phenytoin und Johanniskraut (Hypericum perforatum). Artemether/Lumefantrin ist für Kinder ab 5 kg Körpergewicht zugelassen. Nach Abschluss einer Malariabehandlung sind die Patienten auf ein mögliches Wiederauftreten der Parasiten im peripheren Blut nach einigen Wochen (Rekrudeszenz) hinzuweisen. Im Falle einer Einnahme soll neben den üblichen Nachuntersuchungen eine Blutentnahme nach 2-3 Wochen empfohlen werden, um eine mögliche Hämolyse rechtzeitig zu erkennen siehe Anwendung bei besonderen Personengruppen. Weitere Angaben zu Kontraindikationen, Neben- und Wechselwirkungen sind der Fachinformation zu entnehmen.

Empfehlung zur Dosierung

Atovaquon/Proguanil

Die fixe Kombination Atovaquon/Proguanil (Malarone® und zahlreiche Generika) kann zur Prophylaxe und Therapie einschließlich der notfallmäßigen Selbstbehandlung von unkomplizierten Infektionen durch P. falciparum und zur Akutbehandlung anderer Malariaformen eingesetzt werden. Nebenwirkungen wie Übelkeit, Verdauungsstörungen und Kopfschmerzen sind leicht und nur von kurzer Dauer. Auch Nebenwirkungen aus dem psycho-vegetativen Bereich wie Herzklopfen, Schlafl osigkeit, Schwindel, ungewöhnliche Träume und Depressionen werden beobachtet. Da es bereits auf die Leberschizonten wirkt, beginnt die tägliche Einnahme mit einer Mahlzeit 1-2 Tage vor Betreten des Malariagebietes und endet 7 Tage nach dessen Verlassen. Es ist besonders geeignet bei Last-Minute- und Kurzzeitreisen in Gebiete mit einem Falciparum-Malaria-Risiko. Es gibt Informationen zur Anwendung bei besonderen Personengruppen. Weitere Angaben zur Anwendungsbefristung, Kontraindikationen, Neben- und Wechselwirkungen sind der Fachinformation zu entnehmen.

Empfehlung zur Dosierung

Chinin

Chinin meist kombiniert mit einem Tetracyclin, wird zur Therapie der komplizierten Malaria tropica eingesetzt. Chinin/Artemisinin ist an verschiedenen deutschen Krankenhäusern bevorratet.

Zur notfallmäßigen Selbstbehandlung wird es nur in absoluten Ausnahmefällen mitgegeben.

Chloroquin

Chloroquin (Resochin®, Quensyl®) kann nur in Gebieten ohne relevante Chloroquin-Resistenz zur Prophylaxe und Therapie einschließlich der notfallmäßigen Selbstbehandlung eingesetzt werden. Eventuelle Nebenwirkungen sind in der Regel leicht und temporär; am häufigsten ist Schlaflosigkeit. Des Weiteren kann Chloroquin eine ausgeprägte QTc-Verlängerung im EKG bewirken. Zur Anwendung bei besonderen Personengruppen gibt es zusätzliche Empfehlungen. Weitere Angaben zu Kontraindikationen, Neben- und Wechselwirkungen sind der Fachinformation zu entnehmen.

Empfehlung zur Dosierung

Dihydroartemisinin/Piperaquintetraphophat

Dihydroartemisinin/Piperaquintetraphophat (Eurartesim®) als fixe Kombination ist angezeigt zur Therapie der unkomplizierten durch Plasmodium falciparum verursachten Malaria bei Erwachsenen, Kindern und Säuglingen ab 6 Monaten und ab einem Körpergewichrt von 5kg. Das Medikament soll auf nüchternen Magen eingenommen werden. Für die notfallmäßige Selbstbehandlung von Reisenden in Malariagebieten oder für die Prophylaxe wird (Eurartesim®) von der DTG nicht empfohlen1.

Klinische Studien mit EKG-Überwachung zeigten, dass QTc-Verlängerungen unter der Eurartesim®-Therapie nach Nahrungsaufnahme etwas häufiger auftraten und dass diese ausgeprägter waren als unter den Vergleichssubstanzen. Bei Einnahme im nüchternen Zustand, welche vom Hersteller empfohlen wird, ist dies nicht der Fall. Aus diesem Grund sollte laut Fachinformation (Stand Juli 2015) so früh wie möglich während der Behandlung mit Eurartesim® ein EKG geschrieben und dieses vor und nach der letzten Dosis wiederholt werden. Bei Patienten mit möglicherweise erhöhtem Risiko für die Entwicklung einer Arrhythmie im Zusammenhang mit einer QTc-Verlängerung sollte eine intensivierte EKG-Überwachung durchgeführt werden. QTc-Intervalle von mehr als 500 ms sind mit einem erheblichen Risiko potentiell lebensbedrohlicher ventrikulärer Tachyarrhythmien verbunden. Solche schweren Herzrhythmusstörungen wurden jedoch in klinischen Prüfungen mit Eurartesim® nicht beobachtet. Dennoch sollte die EKG-Überwachung während der nächsten 24 – 48 Stunden bei Patienten erfolgen, bei denen eine QTc-Verlängerung dieses Ausmaßes aufgetreten ist. Diese Patienten dürfen keine weitere Dosis Eurartesim® bekommen und es sollte eine andere Malariatherapie begonnen werden.

1An die Zulassung von Eurartesim®wurde die Auflage geknüpft ein "Schulungspaket für medizinisches Fachpersonal" zu publizieren. Die Informationen könnnen unter www.educationalmaterialeurartesim.de abgerufen werden. Aus dem dort publizierten und vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) freigegebenen "Leitfaden für medizinisches Fachpersonal" (Stand Januar 2013) geht hervor: "Aufgrund der besonderen Empfehlungen für die EKG-Aufzeichnung und für ein EKG-Monitoring während der Behandlung ist Eurartesim ungeeignet zur Notfallbehandlung (Stand-by-Therapie) von Reisenden in Malariagebiete."

Empfehlung zur Dosierung

Doxycyclin

Doxycyclin allein ist zur Therapie der Malaria nicht geeignet. Zur Prophylaxe kann es jedoch alternativ zu Atovaquon/Proguanil oder Mefl oquin eingesetzt werden. Nebenwirkungen (z. B. phototoxische Reaktionen von belichteten Hautarealen, Verdauungsstörungen, Leberwerterhöhungen, bei Frauen auch Vaginalmykosen) und Kontraindikationen(u. a. Kinder unter 8 Jahren, Schwangere, Stillende) sind zu beachten. Wenngleich Doxycyclin in der Schwangerschaft als kontraindiziert gilt, so gibt es doch neuere Daten, die zeigen, dass das fruchtschädigende Potential im Wesentlichen die 2. Schwangerschaftshälfte betrifft. Eine Meta-Analyse zum Doxycyclingebrauch in der Schwangerschaft fand bei > 1.000 Schwangerschaften kein schädigendes Potential im 1. Trimenon. Wenngleich die Datenlage nicht ausreicht, Doxyclin in der Frühschwangerschaft zu empfehlen, so kann o.g. Information doch hilfreich sein bei der Beratung besorgter Patientinnen die unter Prophylaxe mit Doxycylin schwanger geworden sind. Längeres Sonnenbaden sollte vermieden werden. Eine sehr seltene Nebenwirkung scheint die Begünstigung einer intrakraniellen Hypertension zu sein. Doxycyclin sollte daher Frauen im gebärfähigen Alter, die übergewichtig sind oder eine idiopathische intrakranielle Hypertension in der Vorgeschichte haben, nur zurückhaltend verordnet werden. Doxycyclin wird in zwei verschiedenen galenischen Formen produziert, als Monohydrat (1 H20) und Hyclat (HCl). Bei gleicher Wirksamkeit scheint das Monohydrat vor allem weniger gastrointestinale Nebenwirkungen aufzuweisen. Um Ösophagusirritationen und Übelkeit zu vermeiden, sollte Doxycyclin mit reichlich Flüssigkeit, vorzugsweise während einer Mahlzeit, jedoch nicht mit Milchprodukten, eingenommen werden. Weitere Angaben zu Kontraindikationrn, Neben- und Wechselwirkungen sind der Fachinformation zu entnehmen.

Grundsätzlich ist Doxycyclin in Deutschland als Mittel zur Malariaprophylaxe nicht zugelassen, obwohl es die WHO, andere Länder (z.B. USA, Australien) und seit 2003 die DTG wegen guter Wirksamkeit und Verträglichkeit zur Prophylaxe empfehlen. Laut deutscher Rechtsprechung besteht jedoch die Pflicht die Formalien eines "off-label-use" durchzuführen, wenn durch den Arzt gut begründete und fundierte medizinische Vorteile vorliegen.

Empfehlung zur Dosierung

Mefloquin

Mefloquin (Lariam®) kann in Gebieten mit hohem Malariarisiko, in denen überwiegend Mefloquin-sensible P. falciparum vorkommen, zur Prophylaxe eingesetzt werden. Aufgrund seines Nebenwirkungsprofils und der vorhandenen Alternativen wird es von der DTG jedoch nicht mehr zur notfallmäßigen Selbstbehandlung empfohlen (Ausnahme bei schwangeren Reisenden im ersten Trimenon). Die Herstellerfirma hat seit Februar 2016 auf die Zulassung von Lariam®-Tabletten (Zulassungsnummer 8634.00.00 – PZN: 04273048) in Deutschland verzichtet. Die Verkehrsfähigkeit der im Markt befindlichen Chargen mit o.g. Pharmazentralnummer bleibt auf Grund der Übergangsfrist (geb. § 31, Abs. 4 AMG) bis zum Ablauf der Haltbarkeit erhalten. Die Firma teilt weiter mit, dass Lariam® in vielen Ländern der Europäischen Union verfügbar ist und somit bei Bedarf als Einzelimport gemäß § 73 Abs. 3 AMG bezogen werden kann.  Es besteht die Möglichkeit des Bezuges von in Deutschland zugelassenen parallelimportierte Präparaten, die auch untert dem Namen Lariam® vertrieben werden. Diese Zulassungen bleiben auch, entsprechSeit Mitte 2013 sollte Mefloquin nur noch verschrieben werden, wenn zuvor eine Checkliste auf das Vorliegen von Kontraindikationen ausgefüllt und dem Reisenden ein Patienten-Pass ausgestellt wurde (siehe www.lariam.de). Bei Beachtung der Kontraindikationen und Warnhinweise hat Mefloquin nach wie vor einen wichtigen Stellenwert in der Malariaprophylaxe bei Schwangeren, Kindern, Migranten und Langzeitreisenden sowie Personen, die das Medikament wiederholt gut vertragen haben. Zur Prophylaxe kommt es weiterhin als kostengünstige Alternative in Frage. Nebenwirkungen werden im psycho-vegetativen Bereich, selten als epileptische Anfälle und psychotische Symptome beobachtet. Sie sind abhängig von einer persönlichen Disposition sowie auch dosisabhängig und können bei Therapie und höherer „loading dose" vor Last-Minute-Reisen häufiger und stärker auftreten als bei der regelhaft durchgeführten Prophylaxe. Psychische Symptome wie Albträume, akute Angstzustände, Depressionen, Unruhe oder Verwirrtheitszuständen ist das Arzneimittel unverzüglich abzusetzen und durch eine alternative Medikation zu ersetzen. Personen, die bestimmte Vorerkrankungen haben oder Medikamente einnehmen, können dafür besonders prädestiniert sein. Mefloquin ist somit bei allen psychiatrischen und vielen neurologischen Erkrankungen kontraindiziert. Des Weiteren sollte Mefloquin bei Patienten mit Erregungsleitungsstörungen am Herzen nur unter Vorsicht angewendet werden. Weitere Nebenwirkungen sind Übelkeit, Erbrechen, weiche Stühle oder Diarrhö und Bauchschmerzen, seltener treten allergische Hautreaktionen auf. Reisende mit Aktivitäten, die eine ungestörte Aufmerksamkeit, räumliche Orientierung und Feinmotorik erfordern, sollten möglichst kein Mefloquin nehmen. Wenn es zu Nebenwirkungen kommt, treten diese häufig schon nach der ersten oder zweiten Einnahme auf. Deshalb sollte mit der Mefloquin-Prophylaxe bei erstmaliger Anwendung bereits 2-3 Wochen vor der Abreise begonnen werden. Bei erwiesener Unverträglichkeit sollte künftig auf die Einnahme des Mittels verzichtet werden.Eine Alternative kann dann noch vor Reiseantritt gesucht werden. Anwendung bei besonderen Personengruppen. Weitere Angaben zu Kontraindikationen, Neben- und Wechselwirkungen sind der Fachinformation zu entnehmen.

Empfehlung zur Dosierung

Primaquin

Primaquin reduziert das Risiko eines Rückfalls durch Hypnozoiten bei Malaria tertiana. Es ist in Deutschland grundsätzlich nicht zur Malariaprophylaxe zugelassen, kann jedoch in Ausnahmefällen (off label) verschrieben werden. Primaquin muss aus dem Ausland bezogen werden. Vor Einnahme muss ein Glukose-6-Phospatdehydrogenase-Mangel ausgeschlossen worden sein. Eine Therapie mit anderen Medikamenten mit potenziell hämolysierender Wirkung sowie der Einsatz bei Patienten mit einem Lupus erythematodes oder einer rheumatoiden Arthritis sollte vermieden oder nur nach erweiterter Aufklärung durch einen erfahrenen Arzt unter laborchemischen Kontrollen (v. a. Cytochrom P450) durchgeführt werden.

Empfehlung zur Dosierung

Nicht zur Prophylaxe geeignete Maßnahmen

Artemesininhaltige Teeaufgüsse sind zur Malariaprophylaxe nicht geeignet. Es ist, abgesehen von der trügerischen Sicherheit einer Prophylaxe, zu befürchten, dass durch die unterdosierten Artemisininkonzentrationen im Blut dieser Personen zusätzlich Parasitenresistenzen provoziert werden.

Gewichtsadaption

Bei übergewichtigen Reisenden ist die Dosierung für alle Präparate individuell anzupassen, obwohl diesbezüglich nur spärliche Angaben und keine pharmakokinetischen Daten in der Literatur vorliegen. Für Mefloquin liegt die empfohlene Dosis ab 90 kg KG 1,5 Tabletten und ab 120 kg 2 Tabletten wöchentlich.  Die Gesamtdosis kann zur besseren Verträglichkeit auf zwei Einnahmetage verteilt werden.


Download der Medikamentenliste als PDF

Verfuegbarkeit_Chinin_Artemisinin.pdf

Malariamedikamente_2014.pdf

Mitgliedschaft

Die Mitglieder setzen sich aus Ärzten und biomedizinischen Wissenschaftlern verschiedener Fachrichtungen aus dem In- und Ausland zusammen, die sich für die Erforschung und Behandlung von Erkrankungen in den Tropen und die Verbesserung des öffentlichen Gesundheitswesens in Entwicklungsländern einsetzen. Viele Mitglieder der Gesellschaft leben und arbeiten in Übersee.

Zwecke, Ziele und Strukturen des Vereins sind in der Satzung niedergelegt. Die Satzung wird durch die Geschäftsordnung ergänzt, die die Vorschriften für die Erledigung von Maßnahmen und Aufgaben der Gesellschaft regelt.

Der Jahresbeitrag beträgt 50 Euro einschließlich der sechs mal pro Jahr erscheinenden Zeitschrift "Flug-, Tropen- und Reisemedizin" (FTR).

Über gesellschaftsinterne sowie aktuelle fach- und berufspolitische Fragen werden die Mitglieder durch Rundschreiben informiert, die regelmässig in der kostenlos an die Mitglieder versendeten Zeitschrift "Flug-, Tropen- und Reisemedizin (FTR)" veröffentlicht werden.

Als wissenschaftliches Publikationsorgan steht die 12 mal pro Jahr erscheinende Zeitschrift "Tropical Medicine and International Health (TMIH)" zur Verfügung. Sie kann für Mitglieder zu einem reduzierten Preis von 80 Euro abonniert werden (DTG-Jahresbeitrag mit TMIH-Abonnement 130 Euro).

Mitglieder haben online-Zugang zur Zeitschrift "Flug-, Tropen- und Reisemedizin (FTR): Auf der Internetseite www.thieme- connect.de/products/ejournals/ journal/10.1055/s-00000148 sind alle Inhalte ab der Ausgabe 1/2007 für alle FTR-Abonnenten kostenlos frei zugänglich. Sie benötigen dazu einen persönlichen Zugang, für den Sie sich einmal neu registrieren und ein persönliches Passwort festlegen. Mit diesen Login-Daten haben Sie dann sofort Zugriff auf die aktuelle Ausgabe und – nach einer internen Überprüfung Ihres Abonnements – auch Zugriff auf alle bisherigen Ausgaben.

Mitglieder erhalten eine Ermäßigung bei der Registration zu den Tagungen der DTG, die in Zwei-Jahres-Abstand stattfinden. Die nächste Tagung findet im Frühjahr 2019 in München statt.

Studierende zahlen einen reduzierten Jahresmitglieds-Beitrag von 20 € (jährlicher Nachweis einer Studienbescheinigung erforderlich). Sie erhalten ebenfalls die FTR und haben freien Eintritt bei den DTG-Tagungen.


 

Sie möchten Mitglied in der DTG werden? Dann laden Sie bitte das Antragsformular herunter, drucken es aus und senden es ausgefüllt an die Geschäftsstelle der DTG.

 

Ehrenmitglieder

Zu Ehrenmitgliedern können hervorragende Persönlichkeiten des In- und Auslandes, die die Bestrebungen der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit unterstützen, auf Vorschlag des Vorstandes von der Mitglieder-Versammlung ernannt werden (§ 8 der Satzung).

Ehrenmitglieder der Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit e.V. sind (Jahr der Ernennung):

Prof. Dr. Axel Haberkorn, Wuppertal (1995)

Prof. Dr. Karl Friedrich Schaller, Griechenland (1999)

Prof. Dr. Hans Jochen Diesfeld, Starnberg (2003)

Prof. Dr. Rolf Korte, Giessen (2009)

Prof. Dr. Klaus Fleischer, Würzburg (2012)

Download:

Geschaeftsordnung.pdf

Satzung.pdf

Informationen_zum_Aufnahmeantrag_2013.pdf

Aufnahmeantrag__2016.pdf

Ausschuss Nachwuchsförderung und Ausbildung

Der Ausschuss Nachwuchsförderung und Ausbildung vertritt innerhalb der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit (DTG) die Anliegen von Studierenden und Weiterbildungsassistenten/-innen im Bereich Tropenmedizin und Internationale Gesundheit. Um diesen Auftrag möglichst vollständig ausfüllen zu können, bitten die Mitglieder des Ausschusses um Anregungen und eine ständige kritische Begleitung, die jederzeit über Email (nachwuchsfoerderung@dtg.org) zugesandt werden können. Die Mitglieder des Ausschusses haben sich dafür eingesetzt, dass die Nachwuchsförderung als Ziel mit in die Präambel der DTG aufgenommen wurde, dass Studenten Mitglieder in der DTG werden können mit einem reduzierten Jahresmitgliedsbeitrag, sowie die Teilnehmergebühr an den DTG-Kongressen für studentische DTG Mitglieder entfällt. In regelmäßigen Treffen (3-4x jährlich) werden weiterhin Weiterbildungsförderung, alternative Weiterbildungskonzepte, aktuelle Herausforderungen an die DTG sowie Zukunftsfragen der DTG erarbeitet. Interessenten sind herzlich eingeladen sich dem Ausschuss anzuschließen! Gerne beantworten die Mitglieder auch Anfragen zu aktuellen Weiterbildungsmöglichkeiten oder allgemeinen Fragen der Weiterbildung. Bei Rückfragen können Sie sich bei der Ausschussvorsitzenden Dr. Sophie Schneitler unter sophie.schneitler@gmail.com melden.

Mitglieder des Ausschusses bei Arbeitstreffen Nachwuchstreffen Berlin 2015 Nachwuchstreffen Hamburg 2014

Florian Steiner

Dr. med. Florian Steiner hat während seines Studium in Freiburg i. Br. seine ersten tropenmedizinischen Erfahrungen in Ecuador sammeln können. Nach zwei jähriger ärztlicher Tätigkeit im Schwarzwald-Baar Klinikum arbeitete er für ein Jahr in Lambaréné, Gabun (Pädiatrie, klinische Malariaforschung). Es folgten zwei Jahre in der Ambulanz des Instituts für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit der Charité, Berlin mit kurzen Forschungsaufenthalten in Ruanda. Seit 2013 arbeitet Florian in der Infektiologie und Pneumologie der Charité und trainiert u.a. Kollegen in der dortigen Sonderisolierstation für hochansteckende Erkrankungen. Während dieser Zeit war er mit dem DRK für einen Nothilfeeinsatz in Monrovia, Liberia (SITTU) sowie als Trainer mit dem EFFO-Projekt des Robert Koch-Instituts in Khartum, Sudan. Florian hat 2017 die Zusatzbezeichnung Tropenmedizin erhalten und sich anschließend in Tarmstedt bei Bremen als hausärztlich tätiger Internist und Tropenmediziner niedergelassen und ist jetzt auch im Ausschuss Niedergelassene der DTG aktiv.

Loraine Stötter

Loraine-StotterLoraine Stötter ist in den USA und Deutschland aufgewachsen. Während ihres Medizinstudiums in Würzburg war sie in der Tropenmedizinischen Ambulanz als studentische Hilfskraft im Rahmen der Reise- und Impfberatung tätig. Klinische Erfahrung im Ausland sammelte Sie in Sri Lanka, Tansania sowie Ghana. Im Rahmen ihrer Promotionsarbeit im Bereich der Epidemiologie und Virologie schloss sich außerdem ein mehrmonatiger Forschungsaufenthalt in Mwanza, Tansania an. Die Ausbildung zur Tropenmedizinerin begann sie am Tropeninstitut der Missionsärztlichen Klinik in Würzburg. Zurzeit befindet sie sich in der Facharztausbildung zur Internistin an der Stiftung Juliusspital Würzburg.

 

 

Dr. Sabine Bélard

Dr.-med.-Sabine-BelardDr. med. Sabine Bélard hat nach ihrem Medizinstudium in Freiburg im Breisgau mehrere Jahre in der klinischen Forschung zu tropenmedizinischen und infektiologischen Themen in Gabun und Südafrika gearbeitet. An der London School of Hygiene and Tropical Medicine erwarb sie einen Master in Infectious Diseases und das Diploma in Tropical Medicine and Hygiene. Ihre Facharztausbildung Kinderheilkunde begann sie an der Uniklinik Freiburg und führte sie in Berlin an der Charité fort, wo sie weiterhin klinisch und wissenschaftlich tätig ist.

P

P steht jeweils für "-Prophylaxe "

 

Prophylaxe Atovaquon/Proguanil (Malarone® und Generika) oder Doxycyclin (Monohydrat-Präparate) oder bei begründeter medizinischer Indikation Mefloquin (Lariam®) in Hochrisikogebieten, in denen überwiegend Mefloquin-sensible P. falciparum-Stämme vorkommen: Afrika südlich der Sahara, Papua Neu Guinea, Salomonen, Indonesien östlich von Bali, Französisch-Guayana (mit Ausnahme des Küstenstreifens), Guyana (mit Ausnahme des Küstenstreifens) und Surinam (mit Ausnahme der Küstendistrikte).

 

T

T steht jeweils für "Therapie "

Notfallmäßige Selbstbehandlung mit Atovaquon/Proguanil (Malarone® und Generika) oder Artemether/Lumefantrin(Riamet®) in Gebieten mit mittlerem oder geringem Malariarisiko.

Atovaquon/Proguanil

Die fixe Kombination Atovaquon/Proguanil (Malarone® und zahlreiche Generika) kann zur Prophylaxe und Therapie einschließlich der notfallmäßigen Selbstbehandlung von unkomplizierten Infektionen durch P. falciparum und zur Akutbehandlung anderer Malariaformen eingesetzt werden. Nebenwirkungen wie Übelkeit, Verdauungsstörungen und Kopfschmerzen sind leicht und nur von kurzer Dauer. Auch Nebenwirkungen aus dem psycho-vegetativen Bereich wie Herzklopfen, Schlafl osigkeit, Schwindel, ungewöhnliche Träume und Depressionen werden beobachtet. Da es bereits auf die Leberschizonten wirkt, beginnt die tägliche Einnahme mit einer Mahlzeit 1-2 Tage vor Betreten und endet 7 Tage nach Verlassen des Malariagebietes. Es ist besonders geeignet bei Last-Minute- und Kurzzeitreisen in Gebiete mit einem Falciparum-Malaria-Risiko. Es gibt Informationen zur Anwendung bei besonderen Personengruppen. Weitere Angaben zur Anwendungsbefristung, Kontraindikationen, Neben- und Wechselwirkungen sind der Fachinformation zu entnehmen.

Empfehlung zur Dosierung

Chloroquin

Chloroquin (Resochin®, Quensyl®) kann nur in Gebieten ohne relevante Chloroquin-Resistenz zur Prophylaxe und Therapie einschließlich der notfallmäßigen Selbstbehandlung eingesetzt werden. Eventuelle Nebenwirkungen sind in der Regel leicht und temporär; am häufigsten ist Schlaflosigkeit. Des Weiteren kann Chloroquin eine ausgeprägte QTc-Verlängerung im EKG bewirken. Zur Anwendung bei besonderen Personengruppen gibt es zusätzliche Empfehlungen. Weitere Angaben zu Kontraindikationen, Neben- und Wechselwirkungen sind der Fachinformation zu entnehmen.

Empfehlung zur Dosierung

Doxycyclin

Doxycyclin allein ist zur Therapie der Malaria nicht geeignet. Zur Prophylaxe kann es jedoch alternativ zu Atovaquon/Proguanil oder Mefl oquin eingesetzt werden. Nebenwirkungen (z. B. phototoxische Reaktionen von belichteten Hautarealen, Verdauungsstörungen, Leberwerterhöhungen, bei Frauen auch Vaginalmykosen) und Kontraindikationen(u. a. Kinder unter 8 Jahren, Schwangere, Stillende) sind zu beachten. Längeres Sonnenbaden sollte vermieden werden. Eine sehr seltene Nebenwirkung scheint die Begünstigung einer intrakraniellen Hypertension zu sein. Doxycyclin sollte daher Frauen im gebärfähigen Alter, die übergewichtig sind oder eine idiopathische intrakranielle Hypertension in der Vorgeschichte haben, nur zurückhaltend verordnet werden. Doxycyclin wird in zwei verschiedenen galenischen Formen produziert, als Monohydrat (1 H20) und Hyclat (HCl). Bei gleicher Wirksamkeit scheint das Monohydrat vor allem weniger gastrointestinale Nebenwirkungen aufzuweisen. Um Ösophagusirritationen und Übelkeit zu vermeiden, sollte Doxycyclin mit reichlich Flüssigkeit, vorzugsweise während einer Mahlzeit, jedoch nicht mit Milchprodukten, eingenommen werden. Es gibt Hinweise darauf, dass Doxycyclin bei Patienten über 90 kg mit 100 mg/Tag unterdosiert ist und es zu Malariadurchbrüchen kommen kann. Eine Erhöhung auf eine auch für andere Indikationen übliche Dosierung von 200 mg/Tag wäre hier zu erwägen. Die Hinweise zur Anwendung bei besonderen Personengruppen sind sorgfältig zu beachten. Weitere Angaben zu Kontraindikationen, Neben- und Wechselwirkungen sind der Fachinformation zu entnehmen.

Grundsätzlich ist Doxycyclin in Deutschland als Mittel zur Malariaprophylaxe nicht zugelassen, obwohl es die WHO, anderen Länder (z.B. USA, Australien) und seit 2003 die DTG wegen guter Wirksamkeit und Verträglichkeit zur Prophylaxe empfehlen. Laut deutscher Rechtsprechung besteht jedoch die Pflicht die Formalien eines "off-label-use" durchzuführen, wenn durch den Arzt gut begründete und fundierte medizinische Vorteile vorliegen (z.B. Unverträglichkeit oder Kontraindikationen anderer Mittel).

Empfehlung zur Dosierung

Mefloquin

Mefloquin (Lariam®) kann in Gebieten mit hohem Malariarisiko, in denen überwiegend Mefloquin-sensible P. falciparum vorkommen, zur Prophylaxe und unter Einschränkung (s.u.) zur Therapie eingesetzt werden. Aufgrund seines Nebenwirkungsprofils und der vorhandenen Alternativen wird es von der DTG jedoch nicht mehr zur notfallmäßigen Selbstbehandlung empfohlen (Ausnahme bei schwangeren Reisenden). Die Herstellerfirma hat seit Februar 2016 auf die Zulassung von Lariam®-Tabletten (Zulassungsnummer 8634.00.00 – PZN: 04273048) in Deutschland verzichtet. Die Verkehrsfähigkeit der im Markt befindlichen Chargen mit o. g. Pharmazentralnummer bleibt auf Grund der Übergangsfrist (geb. § 31, Abs. 4 AMG) bis zum Ablauf der Haltbarkeit erhalten. Die Firma teilt weiter mit, dass Lariam® in vielen Ländern der Europäischen Union verfügbar ist und somit bei Bedarf als Einzelimport gemäß § 73 Abs. 3 AMG bezogen werden kann. Seit Mitte 2013 sollte Mefloquin nur noch verschrieben werden, wenn zuvor eine Checkliste auf das Vorliegen von Kontraindikationen ausgefüllt und dem Reisenden ein Patienten-Pass
ausgestellt wurde (siehe www.lariam.de). Bei Beachtung der Kontraindikationen und Warnhinweise hat Mefloquin nach wie vor einen wichtigen Stellenwert in der Malariaprophylaxe bei Schwangeren, Kindern, Migranten und Langzeitreisenden sowie Personen, die das Medikament wiederholt gut vertragen haben. Zur Prophylaxe kommt es weiterhin als kostengünstige Alternative in Frage. Nebenwirkungen werden im psycho-vegetativen Bereich, selten als epileptische Anfälle und psychotische Symptome beobachtet. Sie sind abhängig von einer persönlichen Disposition sowie auch dosisabhängig und können bei Therapie und höherer „loading dose" vor Last-Minute-Reisen häufiger und stärker auftreten als bei der regelhaft durchgeführten Prophylaxe. Psychische Symptome wie Albträume, akute Angstzustände, Depressionen, Unruhe oder Verwirrtheitszustände bei prophylaktischer Anwendung von Mefloquin sind als prodromal anzusehen. In diesem Fall ist das Arzneimittel unverzüglich abzusetzen und durch eine alternative Medikation zu ersetzen. Personen, die bestimmte Vorerkrankungen haben oder Medikamente einnehmen, können dafür besonders prädestiniert sein. Mefloquin ist somit bei allen psychiatrischen und vielen neurologischen Erkrankungen kontraindiziert. Des Weiteren sollte Mefloquin bei Patienten mit Erregungsleitungsstörungen am Herzen nur unter Vorsicht angewendet werden. Weitere Nebenwirkungen sind Übelkeit, Erbrechen, weiche Stühle oder Diarrhö und Bauchschmerzen, seltener treten allergische Hautreaktionen auf. Reisende mit Aktivitäten, die eine ungestörte Aufmerksamkeit, räumliche Orientierung und Feinmotorik erfordern, sollten möglichst kein Mefloquin nehmen. Wenn es zu Nebenwirkungen kommt, treten diese häufig schon nach der ersten oder zweiten Einnahme auf. Deshalb sollte mit der Mefloquin-Prophylaxe bei erstmaliger Anwendung bereits 2-3 Wochen vor der Abreise begonnen werden. Bei erwiesener Unverträglichkeit sollte künftig auf die Einnahme des Mittels verzichtet werden.Eine Alternative kann dann noch vor Reiseantritt gesucht werden.

Die Hinweise zur Anwendung bei besonderen Personengruppen sind daher sorgfältig zu beachten. Weitere Angaben zu Kontraindikationen, Neben- und Wechselwirkungen sind der Fachinformation zu entnehmen.

Empfehlung zur Dosierung

Primaquin

Primaquin reduziert das Risiko eines Rückfalls durch Hypnozoiten bei Malaria tertiana. Es ist in Deutschland grundsätzlich nicht zur Malariaprophylaxe zugelassen, kann jedoch in Ausnahmefällen (off label) verschrieben werden. Primaquin muss aus dem Ausland bezogen werden. Vor Einnahme muss ein Glukose-6-Phospatdehydrogenase-Mangel ausgeschlossen worden sein. Eine Therapie mit anderen Medikamenten mit potenziell hämolysierender Wirkung sowie der Einsatz bei Patienten mit einem Lupus erythematodes oder einer rheumatoiden Arthritis sollte vermieden oder nur nach erweiterter Aufklärung durch einen erfahrenen Arzt unter laborchemischen Kontrollen (v. a. Cytochrom P450) durchgeführt werden.

Empfehlung zur Dosierung

 

2014

  • 2014-06
  • 2014-05
  • 2014-04
  • 2014-03
  • 2014-02
  • 2014-01

2013

 

  • 2013-06
  • 2013-05
  • 2013-04
  • 2013-03
  • 2013-02
  • 2013-01

 

2012

 

  • 2012-06
  • 2012-05
  • 2012-04
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  • 2012-02
  • 2012-01

 

2011

 

  • 2011-06
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  • 2011-03
  • 2011-02
  • 2011-01

 

2005-2010

 

  • 2010-06
  • 2010-05
  • 2010-04
  • 2010-03
  • 2010-02
  • 2010-01
  • 2009
  • 2009
  • 2008
  • 2007
  • 2007
  • 2006
  • 2006
  • 2006
  • 2006
  • 2005

 

Grundkurs

Der Kursus vermittelt Grundkenntnisse über:

  • Gesundheitsrisiken in Zusammenhang mit einer Reise, speziell in tropische Länder
  • Maßnahmen zur Prävention
  • orientierende Aspekte zu Rückkehrer-Erkrankungen, speziell aus tropischen Ländern
  • Flugreisemedizin

Der Zeitrahmen beträgt 32 Unterrichtsstunden à 45 Minuten. Die Zuordnung der Stundenzahl zu den einzelnen Themen (Stundenplan) ist in vertretbaren Grenzen variabel, eine Umstrukturierung mit anderer Gewichtung ist dadurch möglich. Inhalte und Gesamtstundenzahl stehen nicht zur Disposition. Der Grundkurs besteht aus vier Modulen, die in beliebiger Reihenfolge und in beliebigen Zeitabständen absolviert werden müssen. Unterrichtsform: Referate mit Möglichkeit zur Diskussion im vorgegebenen Zeitrahmen; den Teilnehmern muss eine Arbeitsmappe mit Gliederung und wichtigsten Basisdaten der Lehrinhalte zur Verfügung gestellt werden. Zielgruppe: Interessierte niedergelassene Ärzte, Betriebsärzte, Ärzte im öffentlichen Gesundheitsdienst oder anderen Institutionen, die reisemedizinische Beratungen sowie Impfungen qualifiziert durchführen wollen Voraussetzung für die Teilnahme: Approbation als Arzt Abschluss: Schriftliche Prüfung (multiple choice); bei erfolgreichem Abschluss wird das DTG-Zertifikat Reisemedizin ausgestellt, ansonsten eine Teilnahmebescheinigung. Das Zertifikat berechtigt zur Aufnahme in eine Liste "Ärzte mit DTG-Zertifikat Reisemedizin", die vom Forum Reisen und Medizin e.V. auf dr Website frm-web.de geführt wird. Der Verbleib in der Liste setzt eine regelmäßige Weiterbildung im Rahmen einer Refresher-Veranstaltung einmal alle drei Jahre voraus, anderenfalls wird nach Ablauf von drei Jahren der Name aus der Liste gestrichen.

Curriculum Grundkurs

Refresherkurs

Der Kursus dient der Aktualisierung und Weiterbildung der im Grundkursus erworbenen Kenntnisse. Er sollte einmal alle 3 Jahre absolviert werden. Voraussetzung für den Refresherkursus ist die vorherige Teilnahme an einem Grundkursus oder der Erwerb des DTG-Zertifikats Reisemedizin nach den oben genannten Ausnahmeregelungen. Der Zeitrahmen beträgt 9 Unterrichtsstunden à 45 min (1 Tag). Eine neuerliche Prüfung ist nicht vorgesehen.

Curriculum Refresherkurs

Satzung

Zwecke, Ziele und Strukturen des Vereins sind in der Satzung niedergelegt. Die Satzung wird durch die Geschäftsordnung ergänzt, die die Vorschriften für die Erledigung von Maßnahmen und Aufgaben der Gesellschaft regelt.

ttteesrt

Themen / Resolutionen der WHO

Hier finden Sie einen Link zur Themen/Resolutionen der WHO.

Artemether/Lumefantrin

Die fixe Kombination Artemether/Lumefantrin (Riamet®) kann zur Therapie einschließlich der notfallmäßigen Selbstbehandlung von unkomplizierten Infektionen durch P. falciparum und zur Akutbehandlung anderer Malariaformen eingesetzt werden; zur Prophylaxe der Malaria ist das Mittel insbesondere aufgrund seiner kurzen Halbwertszeit nicht geeignet. An Nebenwirkungen wurden in erster Linie Verdauungsstörungen, Kopfschmerzen und Schwindel beobachtet. Riamet® ist kontraindiziert bei Patienten mit einer Familiengeschichte für plötzlichen Herztod oder einer angeborenen Verlängerung des QTc-Intervalls, bei gleichzeitiger Anwendung anderer Arzneimittel, die das QTc-Intervall verlängern Anwendung bei besonderen Personengruppen, sowie bei allen anderen Zuständen, die mit der Verlängerung des QTc-Intervalls einhergehen. Ebenfalls besteht eine Kontraindikation bei Patienten unter Therapie mit starken Induktoren von CYP3A4, z. B. Rifampicin, Carbamazepin, Phenytoin und Johanniskraut (Hypericum perforatum). Artemether/Lumefantrin ist für Kinder ab 5 kg Körpergewicht zugelassen. Nach Abschluss einer Malariabehandlung sind die Patienten auf ein mögliches Wiederauftreten der Parasiten im peripheren Blut nach einigen Wochen (Rekrudeszenz) hinzuweisen. Im Falle einer Einnahme soll neben den üblichen Nachuntersuchungen eine Blutentnahme nach 2-3 Wochen empfohlen werden, um eine mögliche Hämolyse rechtzeitig zu erkennen siehe Anwendung bei besonderen Personengruppen . Weitere Angaben zu Kontraindikationen, Neben- und Wechselwirkungen sind der Fachinformation zu entnehmen.

Empfehlung zur Dosierung

Atovaquon/Proguanil

Die fixe Kombination Atovaquon/Proguanil (Malarone® und zahlreiche Generika) kann zur Prophylaxe und Therapie einschließlich der notfallmäßigen Selbstbehandlung von unkomplizierten Infektionen durch P. falciparum und zur Akutbehandlung anderer Malariaformen eingesetzt werden. Nebenwirkungen wie Übelkeit, Verdauungsstörungen und Kopfschmerzen sind leicht und nur von kurzer Dauer. Auch Nebenwirkungen aus dem psycho-vegetativen Bereich wie Herzklopfen, Schlafl osigkeit, Schwindel, ungewöhnliche Träume und Depressionen werden beobachtet. Da es bereits auf die Leberschizonten wirkt, beginnt die tägliche Einnahme mit einer Mahlzeit 1-2 Tage vor Betreten und endet 7 Tage nach Verlassen des Malariagebietes. Es ist besonders geeignet bei Last-Minute- und Kurzzeitreisen in Gebiete mit einem Falciparum-Malaria-Risiko. Es gibt Informationen zur Anwendung bei besonderen Personengruppen. Weitere Angaben zur Anwendungsbefristung, Kontraindikationen, Neben- und Wechselwirkungen sind der Fachinformation zu entnehmen.

Empfehlung zur Dosierung

Chloroquin

Chloroquin (Resochin®, Quensyl®) kann nur in Gebieten ohne relevante Chloroquin-Resistenz zur Prophylaxe und Therapie einschließlich der notfallmäßigen Selbstbehandlung eingesetzt werden. Eventuelle Nebenwirkungen sind in der Regel leicht und temporär; am häufigsten ist Schlaflosigkeit. Des Weiteren kann Chloroquin eine ausgeprägte QTc-Verlängerung im EKG bewirken. Zur Anwendung bei besonderen Personengruppen gibt es zusätzliche Empfehlungen. Weitere Angaben zu Kontraindikationen, Neben- und Wechselwirkungen sind der Fachinformation zu entnehmen.

Empfehlung zur Dosierung

Dihydroartemisinin/Piperaquintetraphophat

Dihydroartemisinin/Piperaquintetraphophat (Eurartesim®) als fixe Kombination ist angezeigt zur Therapie der unkomplizierten durch Plasmodium falciparum verursachten Malaria bei Erwachsenen, Kindern und Säuglingen ab 6 Monaten und ab einem Körpergewichrt von 5kg. Das Medikament soll auf nüchternen Magen eingenommen werden. Für die notfallmäßige Selbstbehandlung von Reisenden in Malariagebieten oder für die Prophylaxe wird (Eurartesim®) von der DTG nicht empfohlen1.

Klinische Studien mit EKG-Überwachung zeigten, dass QTc-Verlängerungen unter der Eurartesim®-Therapie nach Nahrungsaufnahme etwas häufiger auftraten und dass diese ausgeprägter waren als unter den Vergleichssubstanzen. Bei Einnahme im nüchternen Zustand, welche vom Hersteller empfohlen wird, ist dies nicht der Fall. Aus diesem Grund sollte laut Fachinformation (Stand Juli 2015) so früh wie möglich während der Behandlung mit Eurartesim® ein EKG geschrieben und dieses vor und nach der letzten Dosis wiederholt werden. Bei Patienten mit möglicherweise erhöhtem Risiko für die Entwicklung einer Arrhythmie im Zusammenhang mit einer QTc-Verlängerung sollte eine intensivierte EKG-Überwachung durchgeführt werden. QTc-Intervalle von mehr als 500 ms sind mit einem erheblichen Risiko potentiell lebensbedrohlicher ventrikulärer Tachyarrhythmien verbunden. Solche schweren Herzrhythmusstörungen wurden jedoch in klinischen Prüfungen mit Eurartesim® nicht beobachtet. Dennoch sollte die EKG-Überwachung während der nächsten 24 – 48 Stunden bei Patienten erfolgen, bei denen eine QTc-Verlängerung dieses Ausmaßes aufgetreten ist. Diese Patienten dürfen keine weitere Dosis Eurartesim® bekommen und es sollte eine andere Malariatherapie begonnen werden.

1An die Zulassung von Eurartesim®wurde die Auflage geknüpft ein "Schulungspaket für medizinisches Fachpersonal" zu publizieren. Die Informationen könnnen unter www.educationalmaterialeurartesim.de abgerufen werden. Aus dem dort publizierten und vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) freigegebenen "Leitfaden für medizinisches Fachpersonal" (Stand Januar 2013) geht hervor: "Aufgrund der besonderen Empfehlungen für die EKG-Aufzeichnung und für ein EKG-Monitoring während der Behandlung ist Eurartesim ungeeignet zur Notfallbehandlung (Stand-by-Therapie) von Reisenden in Malariagebiete."

Empfehlung zur Dosierung

Mefloquin

Mefloquin (Lariam®) kann in Gebieten mit hohem Malariarisiko, in denen überwiegend Mefloquin-sensible P. falciparum vorkommen, zur Prophylaxe und unter Einschränkung (s.u.) zur Therapie eingesetzt werden. Aufgrund seines Nebenwirkungsprofils und der vorhandenen Alternativen wird es von der DTG jedoch nicht mehr zur notfallmäßigen Selbstbehandlung empfohlen (Ausnahme bei schwangeren Reisenden). Die Herstellerfirma hat seit Februar 2016 auf die Zulassung von Lariam®-Tabletten (Zulassungsnummer 8634.00.00 – PZN: 04273048) in Deutschland verzichtet. Die Verkehrsfähigkeit der im Markt befindlichen Chargen mit o. g. Pharmazentralnummer bleibt auf Grund der Übergangsfrist (geb. § 31, Abs. 4 AMG) bis zum Ablauf der Haltbarkeit erhalten. Die Firma teilt weiter mit, dass Lariam® in vielen Ländern der Europäischen Union verfügbar ist und somit bei Bedarf als Einzelimport gemäß § 73 Abs. 3 AMG bezogen werden kann. Seit Mitte 2013 sollte Mefloquin nur noch verschrieben werden, wenn zuvor eine Checkliste auf das Vorliegen von Kontraindikationen ausgefüllt und dem Reisenden ein Patienten-Pass
ausgestellt wurde (siehe www.lariam.de). Bei Beachtung der Kontraindikationen und Warnhinweise hat Mefloquin nach wie vor einen wichtigen Stellenwert in der Malariaprophylaxe bei Schwangeren, Kindern, Migranten und Langzeitreisenden sowie Personen, die das Medikament wiederholt gut vertragen haben. Zur Prophylaxe kommt es weiterhin als kostengünstige Alternative in Frage. Nebenwirkungen werden im psycho-vegetativen Bereich, selten als epileptische Anfälle und psychotische Symptome beobachtet. Sie sind abhängig von einer persönlichen Disposition sowie auch dosisabhängig und können bei Therapie und höherer „loading dose" vor Last-Minute-Reisen häufiger und stärker auftreten als bei der regelhaft durchgeführten Prophylaxe. Psychische Symptome wie Albträume, akute Angstzustände, Depressionen, Unruhe oder Verwirrtheitszustände bei prophylaktischer Anwendung von Mefloquin sind als prodromal anzusehen. In diesem Fall ist das Arzneimittel unverzüglich abzusetzen und durch eine alternative Medikation zu ersetzen. Personen, die bestimmte Vorerkrankungen haben oder Medikamente einnehmen, können dafür besonders prädestiniert sein. Mefloquin ist somit bei allen psychiatrischen und vielen neurologischen Erkrankungen kontraindiziert. Des Weiteren sollte Mefloquin bei Patienten mit Erregungsleitungsstörungen am Herzen nur unter Vorsicht angewendet werden. Weitere Nebenwirkungen sind Übelkeit, Erbrechen, weiche Stühle oder Diarrhö und Bauchschmerzen, seltener treten allergische Hautreaktionen auf. Reisende mit Aktivitäten, die eine ungestörte Aufmerksamkeit, räumliche Orientierung und Feinmotorik erfordern, sollten möglichst kein Mefloquin nehmen. Wenn es zu Nebenwirkungen kommt, treten diese häufig schon nach der ersten oder zweiten Einnahme auf. Deshalb sollte mit der Mefloquin-Prophylaxe bei erstmaliger Anwendung bereits 2-3 Wochen vor der Abreise begonnen werden. Bei erwiesener Unverträglichkeit sollte künftig auf die Einnahme des Mittels verzichtet werden.Eine Alternative kann dann noch vor Reiseantritt gesucht werden.

Die Hinweise zur Anwendung bei besonderen Personengruppen sind daher sorgfältig zu beachten. Weitere Angaben zu Kontraindikationen, Neben- und Wechselwirkungen sind der Fachinformation zu entnehmen.

Empfehlung zur Dosierung

 

Tropenmedizinische Institutionen


 
Institut für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit
 
Charité-Universitätsmedizin Berlin
Campus Virchow-Klinikum
Augustenburger Platz 1
 IfT Berlin
13353 Berlin
Telefon: +49 (30) 45 05 65 712
Telefax: +49 (30) 45 05 65 989
email: tropeninstitut@charite.de
www: http://tropeninstitut.charite.de/
Info: Email-Adresse für Anmeldungen: maria.santoro@charite.de
 

 
Infektiologie Charité
 
Augustenburger Platz 1  berlin charite
13353 Berlin
Telefon: +49 (30) 450 - 55 30 52
Telefax: +49 (030) 450 - 55 39 06
email: norbert.suttorp@charite.de
www: Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Infektiologie
Info: Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Infektiologie und Asthma-Poliklinik
 

 
Auswärtiges Amt - Gesundheitsdienst
 
Werderscher Markt 1 AA 
10117 Berlin
Telefon: +49 (30) 18-17-1933
Telefax: +49 (30) 18-17-4753
email:
www: http://www.auswaertiges-amt.de
Info: Reiseimpfungen und Gelbfieberimpfstelle
"Tropenärzte am Werderschen Markt"
Telefon: +49 (30) 18-17-1933
Web: www.tropenaerzte.de
 

 
Universitätsklinikum Bonn
 
Siegmund-Freud-Straße 25  bonn 01
53127 Bonn
Telefon: +49 228 287-15675
Telefax: +49 228 287-19573
email: achim.hoerauf@ukb.uni-bonn.de
www: Universitätsklinikum Bonn
Info: Gebäude 63, Zone blau 1. OG Raum 48
 

 
Krankenhaus Dresden-Friedrichstadt
 
Friedrichstr. 41  Logo-Dresden
01067 Dresden
Telefon: +49 (351) 480 - 3801
Telefax:
email: Schindler-St@khdf.de
www: http://www.khdf.de/
Info:
 

 
Städtisches Krankenhauses Dresden-Neustadt Zentrum für Infektions-, Reise- und Tropenmedizin
 
Industriestraße 40  
01129 Dresden
Telefon: +49 (351) 8 56 21 54 / -21 53
Telefax: +49 (351) 8 56 21 55
email:
www: http://www.khdn.de/
Info:
 

 
Tropenmedizinische Ambulanz der Uniklinik Düsseldorf
 
Moorenstr. 5  Logo hhu
40225 Düsseldorf
Telefon: +49 (211) 811 70 31, +49 (2
Telefax: +49 (211) 811 87 52
email:
www: http://www.uniklinik-duesseldorf.de/gastroenterologie
Info:
 

 
Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin Hamburg
 
Bernhard-Nocht-Straße 74 logo bni 
20359 Hamburg
Telefon: +49 (40) 42 81 80
Telefax: +49 (40) 42 81 84 00
email: bni@bnitm.de
www: http://www.bnitm.de
Info: Reisemedizinische Beratung:
Reisemedizinisches Zentrum
Bernhard-Nocht-Str. 74
20359 Hamburg
Tel.: 0900-1234 999 (€1.80/Min)
Fax: 040 - 428 18 - 340
E-Mail: rmz@gesundes-reisen.de
Web: www.gesundes-reisen.de
 

 
Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf
 
Martinistraße 52  Logo UKE
20246 Hamburg
Telefon: +49 (40) 7410 - 0
Telefax: +49 (40) 7410 - 56832
email:
www: www.uke.de
Info: REISEMEDIZINISCHE BERATUNG UND TROPENAMBULANZ
Bernhard-Nocht-Str. 74
20359 Hamburg
Tel.: +49 (40) 312851
Fax: 040 - 428 18 - 366
E-Mail: rmz@gesundes-reisen.de
Web: https://www.uke.de/kliniken/medizinische-klinik-1/index_23627.php
 

 
Fachbereich Tropenmedizin des Bundeswehrkrankenhauses Hamburg
 
am Bernhard-Nocht-Institut
Bernhard-Nocht-Straße 74
 bwhh
20359 Hamburg
Telefon: +49 (40) 69 47 - 28 700
Telefax: +49 (40) 69 47 - 28 709
email: BwKrhsHamburgFachbereichTropenmedizin@bundeswehr.org
www: http://www.bundeswehr.org/portal/a/bworg

Info:

Ambulante Versorgung von zivilen Patienten in Kooperation

mit dem UK Eppendorf und stationäre Behandlung im BWK Hamburg.
Gelbfieberimpfstelle der Bundeswehr.


Leiter: Frau Oberfeldarzt Dr. D. Wiemer

 

 
Universitätsklinikum Heidelberg, Department für Infektiologie, Sektion Klinische Tropenmedizin
 
Im Neuenheimer Feld 324  logo heidelberg
69120 Heidelberg
Telefon: +49 (6221) 56 22 999
Telefax: +49 (6221) 56 52 04
email: sandritter@uni-heidelberg.de
www: http://www.tropenmedizin-heidelberg.de
Info:
 

 
Fachbereich Infektions- und Tropenmedizin des Universitätsklinikums Leipzig Klinik für Gastroenterologie und Rheumatologie
 
Liebigstr. 20  Logo leipzig
04103 Leipzig
Telefon: +49 341 97 24970 (Sekretariat), +49 341 97 12222 (zentrale Ambulanz)
Telefax: +49 341 97 24 979
email:
www: http://gastroenterologie.uniklinikum-leipzig.de/
Info:
 

 
Klinikum St. Georg gGmbH - Klinik für Infektiologie, Tropenmedizin, Nephrologie und Rheumatologie
 
Delitzscher Straße 141  logo st georg leipzig
04129 Leipzig
Telefon: +49 (341) 909 26 19
Telefax: +49 (341) 909 26 29
email: KITNR@sanktgeorg.de
www: http://www.sanktgeorg.de/

Info: Stationärer Bereich:Abteilung Infektiologie und Tropenmedizin mit Sonderisolierstation;

Tel: 0341-909 4005;

Fax: 0341-909 2630;


Ambulanzbereich: Zentrum für Reise- und Tropenmedizin; Tel.: 0341-909 2619; Fax: 0341-909 2629

 

 
Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin der Universität München
 
Leopoldstraße 5  AITM Logo
80802 München
Telefon: +49 (89) 21 80 - 135 00
Telefax: +49 (89) 33 61 12
email: tropinst@lrz.uni-muenchen.de
www: Tropeninstitut München
Info:
 

 
Infektions-, Tropenmedizin und Immunschwächeerkrankungen am Krankenhaus München-Schwabing
 
Kölner Platz 1  schwabing
80804 München
Telefon: +49 (89) 30 68 - 26 01
Telefax: +49 (89) 30 68 - 39 10
email:
www: https://www.klinikum-muenchen.de
Info:
 

 
Abteilung für Präventiv- und Tropenophthalmologie - Augenklinik der Universität München
 
Mathildenstraße 8  lmu
80336 München
Telefon: +49 (89) 51 60 - 38 24
Telefax:
email:
www: http://www.klinikum.uni-muenchen.de/
Info:
 

 
Klinikum Ernst von Bergmann, Klinik für Gastroenterologie und Infektiologie, Infektionsambulanz
 
Charlottenstr. 72  
14467 Potsdam
Telefon: +49 (331) 24 16 273
Telefax: +49 (331) 24 16 220
email: iliebold@klinikumevb.de
www:
Info: Telefon Infektionsstation: +49 (331) 24 16 261
Weiterbildungsermächtigung für Tropenmedizin: Prof. Dr. Thomas Weinke
Weiterbildungsermächtigung für Infektiologie: Dr. Ines Liebold
 

 
Abteilung für Tropenmedizin und Infektionskrankheiten Rostock
 
Ernst-Heydemann-Straße 6  rostock
18057 Rostock
Telefon: +49 (381) 494 - 75 11
Telefax: +49 (381) 494 - 75 09
email: tropen@med.uni-rostock.de
www: http://tropen.med.uni-rostock.de/
Info:
 

 
Institut für Tropenmedizin Tübingen - Kompetenzzentrum für Baden-Württemberg
 
Wilhelmstr. 27  tuebingen
72074 Tübingen
Telefon: +49 (7071) 298 23 65
Telefax: +49 (7071) 29 52 67
email: reisemedizin@med.uni-tuebingen.de
www: http://www.medizin.uni-tuebingen.de/tropenmedizin/
Info:
 

 
Tropenklinik Tübingen - Paul-Lechler-Krankenhaus
 
Paul-Lechler-Straße 24 logo tropenklinik 
72076 Tübingen
Telefon: +49 (7071) 206 414
Telefax: +49 (7071) 206 499
email: ambulanz@tropenklinik.de
www: http://www.tropenklinik.de/

Info:

Ambulante und stationäre Betreuung von

Patienten mit tropenmedizinischen und infektiologischen Fragestellungen -

Reisemedizinische Impfberatung-Reiserückkehruntersuchungen

Weiterbildungsermächtigung Tropenmedizin: Dr. J. Schäfer

 

 
Sektion Infektiologie und Klinische Immunologie Universitätsklinikum Ulm -Medizinische Klinik III
 
Sektion Infektiologie und Klinische Immunologie  logo ulm
89081 Ulm
Telefon: +49 (731) 50 04 55 51
Telefax: +49 (731) 50 04 55 55
email: infektiologie@uniklinik-ulm.de
www: http://www.uni-ulm.de/reisemedizin/
Info:
 

 
Missionsärztliche Klinik
 
Salvatorstraße 7 wuerzburg 
97067 Würzburg
Telefon: +49 (931) 791 - 28 21
Telefax: +49 (931) 791 - 28 26
email: tropenteam@missioklinik.de
www: http://tropen.missioklinik.de/
Info:
 


Über die DTG

Zweck und Aufgabe der Gesellschaft

Die DTG wurde 1907 gegründet und zählt zur Zeit knapp 900 Mitglieder. Als wissenschaftliche Fachgesellschaft hat sie den Zusammenschluss von Humanmedizinern, Veterinärmedizinern, Natur- und Sozialwissenschaftlern zum Ziel, die auf den Gebieten Tropenmedizin und Internationale Gesundheit praktizieren, forschen, beraten oder die daran besonders interessiert sind. Die DTG ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Wissenschaftlicher Medizinischer Fachgesellschaften (AWMF). 

Die Fachgebiete Tropenmedizin und Internationale Gesundheit beschäftigen sich mit den medizinischen und gesundheitlichen Problemen in den Tropen und Subtropen und in den Entwicklungsländern. Dies umfasst alle Aspekte der klinischen Medizin, Hygiene und Mikrobiologie, Epidemiologie, Sozial- und Umweltmedizin und verwandter Fachgebiete.

Neben der Erforschung und Bekämpfung von Krankheiten der Tropen und der Entwicklungsländer ist ein wichtiges Tätigkeitsfeld die Diagnostik und Behandlung importierter Erkrankungen bei Reisenden und Migranten sowie die präventivmedizinische Beratung und Betreuung von Reisenden vor und nach Aufenthalten in Tropen, Subtropen und Entwicklungsländern (Reisemedizin).

Zu den Aufgaben der Gesellschaft gehört der Erfahrungsaustausch zwischen In- und Ausland, die Förderung von Forschung und Lehre, die Nachwuchsförderung, die Unterstützung der Fort- und Weiterbildung auf diesem Gebiet, sowohl in Deutschland als auch im tropischen Ausland, ferner die Beratung von Behörden und Privatpersonen sowie die Aufklärung auf den Gebieten der Tropen- und Reisemedizin einschliesslich der Erstellung aktueller, Evidenz-basierter Leitlinien und Empfehlungen. Die Gesellschaft verfolgt ausschließlich gemeinnützige und wissenschaftliche Zwecke im Sinne der Gemeinnützigkeits-Verordnung vom 24.12.1963.

Die DTG richtet mindestens alle zwei Jahre eine Jahrestagung aus, bei der auch die ordentliche Mitgliederversammlung (Hauptversammlung) stattfindet.

 

Übersicht über Impfungen sind in der Schwangerschaft

 

Von den hier abgehandelten (Reise-)Impfungen sind in der Schwangerschaft

empfohlen:

    Influenza-Totimpfstoff (wegen erhöhter gesundheitlicher Gefährdung ab 1. Trimenon)
      eher unbedenklich:
        (vorzugsweise jedoch erst ab 2.Trimenon impfen)

        • Diphtherie
        • Hepatitis A
        • Hepatitis B
        • Pertussis
        • Poliomyelitis (IPV)
        • Tetanus
        relativ kontraindiziert:
          (wegen fehlender Erfahrungen, Impfung nur unter strenger Risiko-Nutzen-Abwägung und nur ab 2. Trimenon)

          • Cholera
          • FSME
          • Gelbfieber (s.o.)
          • Japanische Enzephalitis
          • Meningokokken-Krankheiten
          • Pneumokokken-Krankheiten
          • Tollwut (präexpositionell)
          • Typhus (oral, parenteral)
          absolut kontraindiziert:

          • Masern-Mumps-Röteln
          • Varizellen
          • Influenza-Lebendimpfstoff

     

     

    Symptome

    Symptome einer Malaria sind Fieber, schweres Krankheitsgefühl, Kopf- und Gliederschmerzen, Schüttelfrost u. a. m. Anhand der Krankheitserscheinungen kann die Diagnose "Malaria" weder sicher gestellt noch ausgeschlossen werden. Dies ist nur durch den Nachweis von Parasiten oder Parasitenbestandteilen im Blut möglich.

    Inkubationszeit

    Die Zeit zwischen Einreise ins Malariagebiet und einer möglichen Malaria beträgt mindestens 5 Tage (Inkubationszeit). Jedes unklare Fieber ( > 37,5ºC axillär, > 38ºC oral, tympanisch oder rektal gemessen) in den Tropen ab dem 6. Tag nach erstmaligem Betreten eines Malariagebietes und auch lange Zeit nach Rückkehr ist bis zum Beweis des Gegenteils malariaverdächtig.


    Nahezu 100 % der Falciparum-Malaria-Fälle bei nicht-immunen Reisenden treten innerhalb von 4 Monaten nach der Rückkehr auf. Eine Malaria tertiana und quartana können auch noch später und trotz einer korrekt durchgeführten Prophylaxe auftreten, verlaufen im Allgemeinen aber nicht lebensbedrohlich wie die Falciparum-Malaria. Bei unklarem Fieber ist gezielt nach einem Tropenaufenthalt zu fragen. Im Falle einer Malaria aus Südostasien (u. a. Malaysia, speziell Sabah und Sar awak, Philippinen, Myanmar und Thailand), ist auch an die Möglichkeit einer Infektion mit Plasmodium knowlesi zu denken. Bei diesem Parasit besteht wegen der kurzen Zyklusdauer von nur 24 Stunden die Gefahr einer sich rasch entwickelnden schweren Malaria. Die Therapie erfolgt mit einer Artemisinin-Kombination (ACT). Zu beachten ist, dass gängige Malaria-Schnelltests bei einer P. knowlesi-Infektion nicht verlässlich reagieren (s.u.).

    Verhalten beim Arzt

    Bei Verdacht auf Malaria sollte sofort und in aller Regel noch im Reiseland ein Arzt/Ärztin aufgesucht werden.
     

    Wann notfallmäßige Selbstbehandlung?

    Wenn kein Arzt innerhalb von 24 Stunden nach Beginn der malariaverdächtigen Symptome erreichbar ist, sollte eine notfallmäßige Selbstbehandlung gegen Malaria durchgeführt werden, sofern keine Gegenanzeigen vorliegen.
    Dosierungsrichtlinien:
    Länderinformationen

    In Regionen der Zonen T  Notfall-Medikation

    Atovaquon/Proguanil (Malerone® und Generika) oder Artemether/Lumefantrin (Riamet®); bei Schwangeren empfiehlt die DTG dringend einen Arzt/Ärztin aufzusuchen, notfallmässige Selbsttherapie nur in absoluten Ausnahmefällen, dann Mefloquin (Lariam®), bzw. ab 2. Trimenon auch Artemether/Lumefantin.

    Nach jeder Selbstbehandlung ist eine ärztliche Kontrolle dringend notwendig, um die Wirksamkeit der Behandlung zu überprüfen und eine eventuell bestehende, anderwertige fieberhafte Erkrankung nicht zu übersehen!

    Die verfügbaren Malaria-Schnelltests ermöglichen innerhalb weniger Minuten eine orientierende Diagnose, werden jedoch für Reisende aus folgenden Gründen grundsätzlich nicht empfohlen (Ausnahmen bei Personen mit ausreichenden Kenntnissen und geübter, sicherer Handhabung sind möglich):

    • Anwendungsfehler können ein falsches Ergebnis nach sich ziehen.
    • Ein negatives Ergebnis schließt eine Malaria nicht sicher aus.
    • Der Test muss daher (spätestens im Abstand von 24-48 Std.) wiederholt werden. Es kann lebensgefährlich sein, einen Arzt zu spät aufzusuchen, weil man sich aufgrund eines falsch negativen Testergebnisses in Sicherheit wiegt.
    • Der Test wird nur ausreichend geschulten Personen empfohlen, die in entlegene Gebiete ohne medikamentöse Prophylaxe und ohne medizinische Versorgungsmöglichkeiten fahren (z.B. Langzeitreisende, Auslandstätige, Auswanderer).

    Bei jedem Malariaverdacht sollte daher, unabhängig von einem Testergebnis, umgehend ärztlicher Rat in Anspruch genommen werden.
    Detaillierte Informationen zur Therapie der Malaria enthalten die Leitlinien Malaria.
    Diese Leitlinie ist für Ärzte gedacht, die Patienten mit Malaria betreuen. Bei Problemen sollte umgehend Kontakt mit einem Tropenmediziner oder mit einer tropenmedizinischen Einrichtung aufgenommen oder der Patient dorthin überwiesen werden.

     

     

    Aus- und Weiterbildung

    Die DTG erarbeitet in ihrem Arbeitsausschuss "Aus- und Weiterbildung" Curricula für die tropen- und reisemedizinische ärztliche Ausbildung in Deuschland.

    Auf dieser Grundlage wurde ein DTG-Zertifikat Reisemedizin entwickelt.

    Anbieter von Kursen zur Erlangung dieses Zertifikats können beim Schriftführer der DTG schriftlich einen Antrag stellen, um ihren Kursus als geeignet zur Erlangung des DTG-Zertifikats anerkennen zu lassen.

    Die DTG veröffentlicht akkreditierte Anbieter. Ärzte mit gültigem Zertifikat Reisemedizin, die dies wünschen, können sich in die Ärzteliste eintragen lassen. Außerdem wird auf Antrag ein Zertifikat ausgetellt werden, wenn entsprechende Kenntnisse nachgewiesen werden ( Ausnahmeregelung).

    Neue Muster-Weiterbildungsordnung Tropenmedizin

    Die Zusatz-Weiterbildung Tropenmedizin umfasst in Ergänzung zu einer Facharztkompetenz die Epidemiologie, Vorbeugung, Erkennung und Behandlung von Gesundheitsstörungen und Erkrankungen, die mit den besonderen Lebensumständen, Krankheitserregern und Umweltbedingungen in tropischen, subtropischen und Ländern mit besonderer klimatischer oder gesundheitlicher Belastung verbunden sind.

    Weiterbildungsziel:

    Ziel der Zusatz-Weiterbildung ist die Erlangung der fachlichen Kompetenz in Tropenmedizin nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbildungsinhalte sowie des Weiterbildungskurses.

    Voraussetzung zum Erwerb der Bezeichnung: Facharztanerkennung

    Weiterbildungszeit:

    • 12 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2 an einer tropenmedizinischen Einrichtung
    • 12 Monate tropenmedizinische Tätigkeit in der Patientenversorgung einer medizinischen Einrichtung in den Tropen oder Subtropen
    • 3 Monate Kurs-Weiterbildung gemäß § 4 Abs. 8 in Tropenmedizin und Medizinische Parasitologie

    Weiterbildungsinhalt:

    Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in

    • der Epidemiologie, Erkennung und Behandlung von Tropen- und Reisekrankheiten einschließlich bakterieller, viraler, mykotischer und parasitärer Infektionen und Gifttierunfällen
    • der medizinischen Beratung vor Reisen und Auslandseinsätzen einschließlich Prophylaxemaßnahmen und Impfungen
    • der Gesundheitswissenschaft in tropischen, subtropischen Ländern und Entwicklungsländern sowie geomedizinischen Zusammenhängen
    • arbeits- und umweltmedizinischen Aspekten des Auslandes einschließlich Vorsorge- und Tauglichkeitsuntersuchungen
    • der Indikationsstellung, sachgerechten Probengewinnung und -behandlung für Laboruntersuchungen und Einordnung der Ergebnisse in das jeweilige Krankheitsbild
    • Durchführung des mikroskopischen Nachweises von Protozoen, Würmern und Parasiten

    Kursangebote

    Musterweiterbildungsordnung der Bundsärztekammer

     

     

    Zertifikat Arbeitsaufenthalt in den Tropen und Subtropen

    Allgemeines

    Die Verordnung zur arbeitsmedizinische Vorsorge (ArbMedVV) sieht eine Pflichtuntersuchung (Anhang Teil 4/1) von Arbeitnehmern vor, wenn "Tätigkeiten in Tropen, Subtropen und sonstige Auslandsaufenthalte mit besonderen klimatischen Belastungen und Infektionsgefährdungen" ausgeführt werden. Mit diesen Untersuchungen können Ärzte mit der Facharztbezeichnung "Arbeitsmedizin" oder den Zusatzbezeichnungen "Betriebsmedizin", "Tropenmedizin" beauftragt werden.

    Entsprechend dem §7 der ArbMedVV soll der Kurs Arbeits- und Betriebsmedizinern theoretische medizinische Fachkenntnisse vermitteln. Diese stellen einen wesentlichen Teil der von der DGUV vorgeschlagenen Fortbildungsinhalte dar, um Vorsorge- und Nachuntersuchungen nach derartigen Aufenthalten sinnvoll durchführen zu können.

    Der Kurs umfasst 32 Stunden. Der Kurs umfasst sowohl tropen- und reisemedizinische als auch arbeitsmedizinische Inhalte zu etwa gleichen Teilen. Teilnehmer, die bereits einen 32-Stunden-Weiterbildungskurs zur Reisemedizin (entsprechend dem Curriculum der DTG) erfolgreich absolviert haben, benötigen nur den Teil des Kurses mit den spezifischen arbeitsmedizinischen Inhalten

    Durchführung der Kurse

    Unterrichtsform: Referate mit Möglichkeit zur Diskussion im vorgegebenen Zeitrahmen; den Teilnehmern muss eine Arbeitsmappe mit Gliederung und wichtigsten Basisdaten der Lehrinhalte zur Verfügung gestellt werden.

    Der Zeitrahmen beträgt 32 Unterrichtsstunden à 45 min. Die Zuordnung der Stundenzahl zu den einzelnen Themen (Stundenplan) ist in vertretbaren Grenzen variabel, eine Umstrukturierung mit anderer Gewichtung ist dadurch möglich. Inhalte und Gesamtstundenzahl stehen nicht zur Disposition. Der arbeitsmedizinische Kursteil muss mindestens 16 Stunden umfassen.

    Voraussetzung für die Teilnahme: Approbation als Arzt

    Abschluss: Schriftliche Prüfung (multiple choice). Bei erfolgreichem Abschluss wird das DTG-Zertifikat "Arbeitsaufenthalt in den Tropen und Subtropen" ausgestellt, ansonsten eine Teilnahmebescheinigung. Das Zertifikat berechtigt zur Aufnahme in eine Liste "Ärzte mit DTG-Zertifikat "Arbeitsaufenthalt in den Tropen und Subtropen", die von der DTG geführt und Interessenten zur Verfügung gestellt wird.

    Anerkennung von Kursen

    Anbieter von Kursen können beim Schriftführer der DTG schriftlich den Antrag stellen, ihren Kursus als geeignet zur Erlangung des DTG-Zertifikats "Arbeitsaufenthalt in den Tropen und Subtropen" anzuerkennen.

    Der Antrag muss folgende Angaben enthalten:

    • Ort und Zeitpunkt des Kursus
    • Referentenliste
    • Stundenplan
    • schriftliches Unterrichtsmaterial (kann nachgereicht werden)
    • Beschreibung der Abschlussprüfung

    Der Schriftführer prüft, ob die formalen Voraussetzungen erfüllt sind. Ist dieses der Fall, leitet der Schriftführer den Antrag an die Mitglieder des Ausschusses "Langzeitaufenthalte" weiter.

    Die Mitglieder des Ausschusses "Langzeitaufenthalte" der DTG (Ärztinnen und Ärzte mit der Gebietsbezeichnung "Arbeitsmedizin" oder den Zusatzbezeichnungen "Betriebsmedizin", "Tropenmedizin") prüfen, ob der Kursus zur Erlangung des DTG-Zertifikats "Arbeitsaufenthalt in den Tropen und Subtropen" geeignet ist. Das Ergebnis dieser Prüfung wird dem Vorstand sowie der Geschäftstelle der DTG vom Vorsitzenden des Ausschusses "Langzeitaufenthalte" der DTG mitgeteilt.

    Werden von einem Anbieter regelmäßig Kurse angeboten, gilt die Anerkennung für diese Kurse für die Dauer von jeweils drei Jahren und muss dann neu beantragt werden.

    Der Schriftführer der DTG erstellt eine Liste derjenigen Grundkurse von privaten oder nicht-privaten Anbietern, die anerkannt sind, und veröffentlicht diese Liste auf der Homepage der DTG sowie regelmäßig in den Mitgliederrundschreiben und an anderen geeigneten Stellen.

    Zertifizierung der Teilnehmer

    Ärzte können schriftlich, per Fax oder per Email bei der Geschäftsstelle der DTG den Antrag stellen, in die Liste der Ärzte mit DTG-Zertifikat "Arbeitsaufenthalt in den Tropen und Subtropen" aufgenommen zu werden. Der Antrag muss folgende Angaben enthalten:

    • Name, Vorname, Geburtsdatum
    • Anschrift der Praxis bzw. der reisemedizinischen Beratungsstelle bzw. der Firma
    • Nachweis über erfolgreiche Teilnahme an einem Kurs
    • ausgefülltes Antragsformular

    Die Anträge werden vom Schriftführer geprüft. Wenn die Voraussetzungen zum Erwerb des DTG-Zertifikats "Arbeitsaufenthalt in den Tropen und Subtropen" gegeben sind, erhält der Antragsteller vom Schriftführer ein entsprechendes Zertifikat. Das DTG-Zertifikat "Arbeitsaufenthalt in den Tropen und Subtropen" ist zeitlich unbegrenzt gültig. Gleichzeitig kann der Antragsteller sein schriftliches Einverständnis zur Veröffentlichung seiner Daten auf der Homepage der DTG und an anderen geeigneten Stellen geben. Die Geschäftsstelle verwaltet elektronisch die Liste der zertifizierten Ärzte mit folgenden Einträgen:

    • Name, Vorname, Geburtsdatum
    • Datum der Aufnahme in die Liste
    • Zeitpunkt des Kurses
    • Anschrift des Arztes

    Curriculum des Kurses "Arbeitsaufenthalt in den Tropen"

    Zertifikat Flüchtlingsmedizin

    Allgemeines

    Vor dem Hintergrund einer steigenden Zahl von Flüchtlingen und Asylbewerbern in Deutschland ergibt sich die Herausforderung, die medizinische Versorgung dieser Menschen adäquat zu organisieren. Für die beteiligten Ärzte ergibt sich die Notwendigkeit sich mit speziellen medizinischen Fragestellungen zu befassen, die sonst im medizinischen Alltag in Deutschland keine große Rolle spielen. Zu berücksichtigen sind ein anderes Krankheitsspektrum je nach Herkunftsland und ein anderer kultureller Hintergrund, der sich auf das Kranksein auswirkt. In diesem Bereich haben Tropenmediziner Erfahrung und können Empfehlungen geben. Die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit (DTG) hat daher ein Curriculum für einen Kurs zur Flüchtlingsmedizin entwickelt. Die DTG hofft, dass tropenmedizinische Institutionen diesen Kurs anbieten für Mediziner, die z.B. als niedergelassene Kollegen oder als Ärzte in Gesundheitsämtern an der medizinischen Versorgung dieser Menschen beteiligt sind. Die DTG ist sich darüber im Klaren, dass in einem solchen Grundkurs nur ein kleiner Teil der „Migrantenmedizin“ abgedeckt werden kann, es geht um grundlegende Empfehlungen zur medizinischen Versorgung von Asylbewerben und Flüchtlingen.

    Durchführung der Kurse

    Der Zeitrahmen beträgt mindestens 16 Unterrichtsstunden à 45 Minuten, also im Allgemeinen zwei Tage. Die Zuordnung der Stundenzahl zu den einzelnen Themen (s.u.) ist in vertretbaren Grenzen variabel, eine Umstrukturierung mit anderer Gewichtung ist dadurch möglich. Der DTG-Kurs besteht grundsätzlich aus vier Modulen, die in beliebiger Reihenfolge und in beliebigen Zeitabständen absolviert werden müssen. Voraussetzung für die Teilnahme: Approbation als Arzt Unterrichtsform: Referate mit Möglichkeit zur Diskussion im vorgegebenen Zeitrahmen; den Teilnehmern muss eine Arbeitsmappe mit Gliederung und den wichtigsten Basisdaten der Lehrinhalte zur Verfügung gestellt werden. Abschluss: Bei nachgewiesener Teilnahme am gesamten Kurs wird DTG-Zertifikat „Flüchtlingsmedizin“ ausgestellt. Das Zertifikat berechtigt zur Aufnahme in eine Liste "Ärzte mit DTG-Zertifikat Flüchtlingsmedizin", die von der DTG geführt und ggf. Interessenten zur Verfügung gestellt wird. Eine Abschlussprüfung wird nicht verlangt.

    Kursinhalte

    1. Modul: Migration
    z.B. Migration allgemein. Aktuelle Daten zu Migranten bzw. Asylsuchenden in Deutschland. Gegenwärtige Rechtslage. Medizinische Geographie der wichtigsten Herkunftsländer

    2. Modul: Kulturelle Einflüsse / Kommunikation / psychologische Probleme
    z.B. Unterschiedliche Krankheitskonzepte. Umgang mit Krankheit und Behinderung in anderen Kulturen. Interkulturelle Kommunikation. Traumatisierte Patienten

    3. Modul: Krankheiten
    z.B. Infektionen. Non-communicable diseases. Gynäkologische Besonderheiten

    4. Modul: Screening / Prävention
    z.B. Screening-Empfehlungen. Impfungen bei Asylsuchenden. Besonders vulnerable Gruppen (z.B. unbegleitete minderjährige Flüchtlinge / Papierlose)

    Anerkennung von Kursen

    Anbieter von Kursen können beim Schriftführer der DTG schriftlich den Antrag stellen, ihren Kursus als geeignet zur Erlangung des DTG-Zertifikats „Flüchtlingsmedizin“ anzuerkennen. Der Schriftführer prüft, ob die formalen Voraussetzungen erfüllt sind. Ist dieses der Fall, leitet der Schriftführer den Antrag an die Mitglieder des Ausschusses "Migratenmedizin" weiter. Die Mitglieder des Ausschusses "Migratenmedizin" der DTG prüfen, ob der Kursus zur Erlangung des DTG-Zertifikats geeignet ist. Werden von einem Anbieter regelmäßig Kurse angeboten, gilt die Anerkennung für diese Kurse für die Dauer von jeweils drei Jahren und muss dann neu beantragt werden. Der Schriftführer der DTG erstellt eine Liste derjenigen Kurse von privaten oder nicht-privaten Anbietern, die anerkannt sind, und veröffentlicht diese Liste auf der Homepage der DTG sowie regelmäßig in den Mitgliederrundschreiben und an anderen geeigneten Stellen. Der Antrag für Grundkurse muss folgende Angaben enthalten:

    • Ort und Zeitpunkt des Kursus

    • Referentenliste

    • Stundenplan

    • Schriftliches Unterrichtsmaterial (kann nachgereicht werden)

    Reisemedizin

    Grundkurs

    Kursus vermittelt Grundkenntnisse über

    • Gesundheitsrisiken in Zusammenhang mit einer Reise, speziell in tropische Länder
    • Maßnahmen zur Prävention
    • orientierende Aspekte zu Rückkehrer-Erkrankungen, speziell aus tropischen Ländern
    • Flugreisemedizin

    Der Zeitrahmen beträgt 32 Unterrichtsstunden à 45 Minuten. Die Zuordnung der Stundenzahl zu den einzelnen Themen (Stundenplan) ist in vertretbaren Grenzen variabel, eine Umstrukturierung mit anderer Gewichtung ist dadurch möglich. Inhalte und Gesamtstundenzahl stehen nicht zur Disposition. Der Grundkurs besteht aus vier Modulen, die in beliebiger Reihenfolge und in beliebigen Zeitabständen absolviert werden müssen.

    Unterrichtsform: Referate mit Möglichkeit zur Diskussion im vorgegebenen Zeitrahmen; den Teilnehmern muss eine Arbeitsmappe mit Gliederung und wichtigsten Basisdaten der Lehrinhalte zur Verfügung gestellt werden.

    Zielgruppe: Interessierte niedergelassene Ärzte, Betriebsärzte, Ärzte im öffentlichen Gesundheitsdienst oder anderen Institutionen, die reisemedizinische Beratungen sowie Impfungen qualifiziert durchführen wollen

    Voraussetzung für die Teilnahme: Approbation als Arzt

    Abschluss: Schriftliche Prüfung (multiple choice); bei erfolgreichem Abschluss wird das DTG-Zertifikat Reisemedizin ausgestellt, ansonsten eine Teilnahmebescheinigung. Das Zertifikat berechtigt zur Aufnahme in eine Liste "Ärzte mit DTG-Zertifikat Reisemedizin", die vom Forum Reisen und Medizin e.V. auf dr Website frm-web.de geführt wird. Der Verbleib in der Liste setzt eine regelmäßige Weiterbildung im Rahmen einer Refresher-Veranstaltung einmal alle drei Jahre voraus, anderenfalls wird nach Ablauf von drei Jahren der Name aus der Liste gestrichen.

    Curriculum Grundkurs

    Refresherkurs

    Der Kursus dient der Aktualisierung und Weiterbildung der im Grundkursus erworbenen Kenntnisse. Er sollte einmal alle 3 Jahre absolviert werden.

    Voraussetzung für den Refresherkursus ist die vorherige Teilnahme an einem Grundkursus oder der Erwerb des DTG-Zertifikats Reisemedizin nach den oben genannten Ausnahmeregelungen. Der Zeitrahmen beträgt 9 Unterrichtsstunden à 45 min (1 Tag). Eine neuerliche Prüfung ist nicht vorgesehen.

    Curriculum Refresherkurs