Medikamentöse Vorbeugung (Chemoprophylaxe) |  |  |  |
Die medikamentöse Vorbeugung (Chemoprophylaxe) der Malaria ist erschwert durch die Verbreitung von Resistenzen, die - nach Region und Ausmaß unterschiedlich - bereits gegen jedes der zur Verfügung stehenden Antimalariamittel möglich sind.
Plasmodium falciparum, der Erreger der Malaria tropica, ist in den meisten Regionen der Welt resistent gegen Chloroquin. Resistenzen gegen Doxycyclin, Mefloquin und Atovaquon sind weltweit aber noch selten, nur in Südostasien muss man häufiger mit Mefloquin-Resistenzen rechnen. Ebenfalls in Südostasien wurde seit kurzem auch über Einzelfälle von Artemisinin-Resistenzen berichtet.
Eine Chemoprophylaxe ist bei Reisen in Malariagebiete mit hohem Übertragungspotential grundsätzlich empfehlenswert und kann das Risiko wesentlich reduzieren. Wenn in Gebieten mit niedrigem oder mittlerem Malariarisiko keine regelmäßige Chemoprophylaxe durchgeführt wird, sollte die therapeutische Dosis eines Mittels mitgeführt werden, das bei malariaverdächtigen Symptomen und nicht erreichbarer ärztlicher Hilfe eingenommen wird (notfallmäßige Selbstbehandlung oder "Standby"). Dies sollte jedoch nur eine Notfallmaßnahme bis zum Erreichen ärztlicher Hilfe darstellen.
Die alleinige Mitnahme eines Malariamedikamentes zur eventuellen notfallmäßigen Selbstbehandlung ohne prophylaktische Medikamenteneinnahme kommt ebenfalls in Betracht bei bekannter Unverträglichkeit einer Chemoprophylaxe.
Die konkrete Entscheidung über die Art der Malariaprophylaxe muss anhand des Reisezieles sowie der Reisezeit, der Reisedauer und des Reisestils vom Arzt individuell getroffen werden, unter Berücksichtigung von Vorerkrankungen, Unverträglichkeiten und Medikamenteneinnahme. Alle Medikamente sollen nach Möglichkeit mit einer Mahlzeit eingenommen werden. Bei übergewichtigen Reisenden ist die Dosierung für alle Präparate individuell anzupassen, obwohl diesbezüglich nur spärliche Angaben und keine pharmakokinetischen Daten in der Literatur vorliegen. Für Mefloquin empfehlen Experten ab 90 kg KG 1,5 Tabletten und ab 120 kg 2 Tabletten wöchentlich zu verschreiben, zum Beispiel an den Tagen 1 und 4 der Woche. Zu Atovaquon/Proguanil und Doxycyclin gibt es von den Herstellern keine Empfehlungen zu einer höheren Tagesdosis, doch ist auch bei diesen Medikamenten eine Erhöhung zu erwägen.
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