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Empfehlungen zur Prophylaxe und Therapie der Malaria der DTG 2016



Die Morbidität und Mortalität durch Malaria ist in den letzten Jahren weltweit zurückgegangen. Diese Entwicklung ist Ausdruck intensivierter Kontroll- und Präventionsmaßnahmen. In Deutschland wurden in den Jahren 2005-2013 zwischen 526-637 importierte Malariafälle gemäß IfSG-Meldepfl icht registriert. Im Jahr 2014 war die Zahl mit 1022 Fällen deutlich erhöht. Die meisten Malariaerkrankungen (ca. 90 %) werden im tropischen Afrika (v. a. Westafrika: Nigeria, Ghana, Togo und Kamerun, aber auch in Kenia) erworben. Außerhalb Afrikas wurden v. a. aus Indien und Pakistan Malaria-Fälle importiert. Die Mehrzahl der Erkrankungs- und Todesfälle betrifft Personen mit Migrationshintergrund. In ca. 80 % der gemeldeten Fälle handelt es sich um eine Falciparum-Malaria (früher „Malaria tropica“). Diese Beobachtungen unterstreichen die anhaltende Bedeutung der Malariaprävention in der Reisemedizin.


Malariavorbeugung

Das Malariarisiko und die Schwere der Erkrankung hängen von vielen Faktoren ab, wie z. B. der Aufenthaltsdauer und dem Expositionsverhalten, den vorherrschenden Plasmodienarten, der Häufi gkeit infi zierter Vektoren (Anophelesmücken), dem Vorkommen von Resistenzen und der Jahreszeit. Empfehlungen, die für alle Reisenden gelten, können daher nur bedingt erteilt werden. Aus demselben Grund kann die konsequente Einhaltung der hier genannten Empfehlungen keinen absolut sicheren Schutz vor einer Malaria bieten, aber das Infektions- und Erkrankungsrisiko jedoch erheblich senken.

Um das Risiko einer Malaria und ggf. die möglichen Komplikationen einer Infektion so gering wie möglich zu halten, müssen Reisende in Endemiegebiete ausdrücklich auf die Möglichkeit einer Malariaübertragung hingewiesen werden. Importierte Malariaerkrankungen sind bei Migranten der ersten oder zweiten Generation, die in Deutschland leben und ihr Herkunftsland besuchen (VFR = „visiting friends and relatives“) überproportional stark repräsentiert. Gründe hierfür sind häufi g eine reduzierte Risikowahrnehmung und der Besuch ländlicher Regionen mit hoher Malariatransmission (siehe Migranten aus Malariagebieten). Reisende sollten wissen, dass eine Malaria bedrohlich und innerhalb weniger Tage nach Beginn der Symptome tödlich verlaufen kann und dass eine in der Kindheit erworbene Semi-Immunität außerhalb des Infektionsgebietes verloren geht. Zudem sollten Reisende informiert sein, dass auch noch Monate nach Rückkehr bei Fieber oder anderen unklaren Krankheitssymptomen umgehend ärztlicher Rat einzuholen ist und die behandelnden Ärzte auf die Reiseanamnese/ Exposition hinzuweisen sind.

 

Wesentliche Schutzmaßnahmen vor Malaria bestehen in:



Besondere Personengruppen

Für Besondere Personengruppen, vor allem Kinder, Schwangere und Menschen mit Vorerkrankungen oder bei längeren Tropenaufenthalten bestehen gesonderte Empfehlungen.



Wichtiger Hinweis

Die vorstehenden Empfehlungen zur Malariavorbeugung orientieren sich an Erfahrungen und Daten aus der Touristikmedizin und gelten für den "Regelfall" eines organisiert reisenden Touristen.

Der beratende Arzt kann sich im Rahmen einer individuellen Beratung aus fachlichen Gründen unter Beachtung der WHO-Richtlinien und der deutschen Zulassungsbedingungen für ein anderes Vorgehen entscheiden, wenn das Malaria-Risiko z.B. durch Reisestil, Aufenthaltsdauer, Region, Saison oder aktuelle Ereignisse deutlich höher oder geringer anzusetzen ist, als bei einem typischen Touristikurlaub. Der Reisende ist in diesem Fall über alle Alternativen im Rahmen des Ermessensspielraums aufzuklären und an der Entscheidung maßgeblich zu beteiligen. Das Ergebnis sollte dokumentiert werden.
Checkliste für die Malaria-Beratung durch den Arzt

Malaria-Empfehlungen der DTG auf leitlinien.net

 


aktualisiert:   13.09.2016, 12:30
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